Ein Podcast des WWF Deutschland zu Arten- und Naturschutz im 21. Jahrhundert.
00:00:00: Sprecher 1 Der Schneelopard ist ein vom Naturschutz abhängiges Tier, genauso wie der Tiger. Ohne Naturschutz würde es ihn auf Dauer nicht geben.
00:00:10: Sprecher 2 Der Geist der Berge, das ist die Bezeichnung für ein Tier, das aufgrund seiner Tarnung und seines scheuen Verhaltens sehr selten von Menschen gesichtet wird. Die Tiere leben in den Hochgebirge Zentralasiens. Und genau diese eben beschriebene Anpassung an die Umgebung macht sie in ihrer Heimat nahezu unsichtbar. Das ist Living Planet, der WWF Podcast. Mein Name ist Aylin Wegner, ich bin Redakteurin beim WWF in Deutschland und mein Gesprächspartner ist Markus Rattay, Referent im Naturschutz.
00:00:39: Sprecher 2 Hallo Markus.
00:00:40: Sprecher 1 Grüß dich, Aylin.
00:00:41: Sprecher 2 So, jetzt die große Gewinnspielfrage Welches Tier meine ich denn mit dieser Beschreibung?
00:00:48: Sprecher 1 Ich weiß es nicht. Vielleicht unsere Zuhörer noch nicht. Es handelt sich um den Schnee. Leoparden.
00:00:53: Sprecher 2 Genau darum geht es heute. Wir machen ein Schneeh leopardenportrait. Wir gucken uns mal genau an, Was macht dieses Tier so einzigartig? Was macht der WWF, um dieses Tier zu beschützen und die Art zu erhalten? Und ich weiß etwas durch meine Recherche. Und zwar. Du hattest schon wirklich das große Glück, Schnee Leoparden in ihrem natürlichen Habitat zu sehen. Du hast Vierlinge gesehen, als du dort warst.
00:01:19: Sprecher 2 Nimm es doch noch mal ganz gerne mit, wie es ist so ein Tier, das den Nickname hat. Geist der Berge zu sehen.
00:01:26: Sprecher 1 Ja, ich bin Schnee Leoparden schon mehrmals begegnet, allesamt in der Mongolei. Dort haben wir ein Projekt, das wir vom WWF Deutschland auch unterstützen, zusammen mit dem WWF in der Mongolei, und zwar im Altai Gebiet. Und die von dir genannten Vierlinge, die habe ich im September 2019 gesehen. Wir waren dort in einer Gruppe von WWF Leuten zu einem Meeting, aber wir sind dann auch auf eine Exkursion in ein kleines Gebirge gefahren.
00:01:56: Sprecher 1 Des Jagerlandgebirge und dort abends, das muss so 17:00 gewesen sein. Die Sonne ging schon unter, hat einer der freiwilligen Ranger gesagt. Ich habe welche entdeckt. Und ich konnte das gar nicht glauben, weil ich saß da und es war schon ziemlich kalt. Schon zwei Stunden. Und dort, wo auf die Stille, auf die er gezeigt hat, etwa 200 Meter auf einer gegenüberliegenden Seite von einer Schlucht.
00:02:22: Sprecher 1 Wow, wo wir standen. Ich habe gar nichts gesehen. Er sagte Da sind Vierlinge. Ja, das sind vier kleine Schneeh leoparden. Und dann habe ich ein sehr starkes Spekt tief genommen, also ein quasi ein Fernrohr. Und tatsächlich, man konnte kleine vier Köpfe von jungen Schneeh leoparden, etwa drei Monate alt. Das ist so ein, so ein Knuddeltier, da in diesem Alter.
00:02:50: Sprecher 1 Die sehen aus wie kleine Steiff Tiere. Und die konnten wir dann beobachten. Und ich glaube, es gibt außer unserer Gruppe sonst keinen einzigen Europäer, oder jedenfalls auch keinen aus den USA, der jemals Leoparden Vierlinge in der freien Wildbahn beobachtet hatte.
00:03:11: Sprecher 2 Wahnsinn. Was ging in dir vor, wenn du, wenn du die Tiere gesehen hast?
00:03:16: Sprecher 1 Ich hab mir gedacht okay, die sitzen da jetzt alleine. Wo ist denn die Mutter? Und die Mutter hat sie dort abgelegt. Die haben sich dann aber auch relativ ruhig verhalten und ich hab mir gedacht, diese Mutter, die kümmert sich um ihre Kleinen, die hat aber auch das Vertrauen, dass die keinen Unsinn machen. Die ist jetzt erst mal weg.
00:03:35: Sprecher 1 Die sucht wahrscheinlich Nahrung. Ja, und jetzt sitzen die dort und warten. Und sie sind perfekt getarnt und perfekt an diesen unwirtlichen Lebensraum angepasst. Das waren so die Gedanken. Andere aus unserer Gruppe. Meine holländische Kollegin, die hatte fast Tränen in den Augen, als sie das gesehen hat, weil das ist so selten und die sind tatsächlich auch sehr niedlich. Die haben einen sehr hohen Knuddelfaktor.
00:03:58: Sprecher 1 Muss man sich.
00:04:01: Sprecher 2 Da gehen immer gleich drauf an ein, wie sie aussehen. Es. Lass uns mal den Leoparden vorstellen. So richtig als Steckbrief. Was macht ein schöner Leopard aus? Was ist? Warum ist er so einzigartig? Warum ist er so faszinierend?
00:04:16: Sprecher 1 Ganz grundsätzlich Der schöne Leopard als Wildkatze gehört zu den Großkatzen. Und dazu gehören zum Beispiel auch Jaguar, Leopard, Löwe und Tiger. Ist jetzt eine kleine Großkatze und der Name Großkatze sagt jetzt nicht unbedingt etwas aus, dass die besonders groß sind. Denn es gibt auch Arten, die zu den kleinen Katzen gehören, wie zum Beispiel der Puma, der durchaus größer werden kann als ein Schneeh leopard.
00:04:45: Sprecher 1 Aber diese Großkatzen zeichnen sich durch sehr enge Verwandtschaftsbeziehungen aus und man hatte vorher den Schnell Leoparden als eine eigene Gattung geführt. Also nicht zu diesen der Gruppe der Pantherkatzen innerhalb der Großkatzen Ist jetzt vielleicht ein bisschen kompliziert, will ich auch nicht näher darauf eingehen, aber zum Beispiel Großkatzen so ein Verhaltensmerkmal ist. Einige von ihnen können brüllen und alle legen sich flach auf den Bauch, wenn sie die Beute sozusagen zerlegen und das Fleisch fressen.
00:05:20: Sprecher 1 Da gehört er systematisch rein. Und von allen Großkatzen ist es diejenige Art, die am höchsten in die Gebirge aufsteigt. Ich würde jetzt nicht sagen, die Art, die jetzt auch im kältesten Lebensraum lebt, denn zum Beispiel der Armut Tiger oder der Amur Leopard, auch die leben in sehr kalten Lebensräumen, wo es im Winter auch bis zu minus 40 Grad kalt sein kann.
00:05:47: Sprecher 1 Aber wie gesagt, der Schneelopard geht bis auf Höhen 5000 Metern. Zumindest im Himalaya. Und dort ist so sein Lebensraum. Und das ist dieses Band unterhalb der Schneegrenze und oberhalb der Baumgrenze. Und dort findet er auch seine Beutetiere.
00:06:09: Sprecher 2 Wie groß ist er denn? Wie? Wie kann man denn davon sprechen, wenn du sagst, es ist Großkatze, aber kleiner Großkatze?
00:06:16: Sprecher 1 Also er ist ungefähr so groß wie ein Leopard, wiegt etwa maximal 50 55 Kilogramm. Bei den männlichen Exemplaren. Also ein großer stattlicher Hund wäre auch so in der in der Gewichtsklasse. Aber was für ihn auch besonders bemerkenswert ist Er ist zwar als Großglatze gehört er zu den Kleinen, aber er kann Beutetiere überwältigen, die bis zu fünf Mal schwerer sind als er selbst.
00:06:48: Sprecher 1 Und in der Mongolei sind das sogar diese kleinen mongolischen Pferde. Und dort gibt es nur ein ein Tier, das für ihn nicht in Frage kommt als Beutetier. Das sind halt die zweiäugigen Kamele.
00:07:03: Sprecher 2 Warum?
00:07:04: Sprecher 1 Ja, die sind einfach zu schwer.
00:07:06: Sprecher 2 Also. Was sind denn so typische Beutetiere? Also abgesehen von dem kleinen süßen Pferd.
00:07:13: Sprecher 1 Die typischen Beutetiere sind Huftiere, in erster Linie wild, Schafe und Ziegen. Und die, die machen quasi bis zu 80 % seiner Beute aus. Und zum Beispiel in der Mongolei sind das sibirische Steinböcke und die Akali Wildschafe. Das sind die größten Wildschafe der Welt. Da können einige männliche Böcke auch bis zu 250 Kilogramm wiegen. Die haben auch enormes Gehirn. Die Art und Weise, wie der Schneelopard dann diese Beutetiere überwältigt, überwältigen kann, die zeigt eben, warum er auch große Tiere erlegen kann.
00:07:54: Sprecher 2 Wie, Wie funktioniert das denn? Was ist da so besonders dran?
00:07:57: Sprecher 1 Er ist ein lauer Jäger und er schleicht sich bis, also verdeckt durch Felsen und Geröll, möglichst nahe an diese Herde heran. Und dann ist seine Taktik, dass er von oben nach unten die Beute angreift. Das heißt, er nutzt seinen Schwung durch das bergab laufen und springt dann mit einem Satz auf die Beute zu. Und diese dann fällt dann auch zum Beispiel auch gleich um.
00:08:24: Sprecher 1 Er hat also er kann zwei Tötungsbisse anbringen, einmal im Nacken, aber bei diesen großen Beutetiere ist das ein bis in die Kehle und der hat. Wenn die dann erst mal zu Boden gegangen sind, dann lässt er nicht locker und das Tier muss dann ersticken. Ich habe auch ein Verhalten beobachten können in der Mongolei, wo ein Schneelopard ein wirklich sehr großen sibirischen Steinbock erlegt hat, indem er ihn einfach quasi so angesprungen hat, dass er eine Schlucht runtergefallen ist und dort unten dann.
00:08:55: Sprecher 2 Wieder aufgesammelt, quasi dann.
00:08:56: Sprecher 1 Genau.
00:08:58: Sprecher 2 Auch auch smart. Besonders in der Mongolei war ich noch nicht, aber ich hatte mal das große Privileg, nach Nepal reisen zu können. Auch eben im Himalaya auf diesen Höhen unterwegs zu sein. Es ist ja nicht so, als würde man da alle 20 Meter ein neues Tier antreffen. Wie groß sind denn die Reviere dann von den Schnee Leoparden um ihre Nahrung zu finden?
00:09:18: Sprecher 2 Weil sie müssen ja, das ist zumindest jetzt gerade meine Vorstellung viel unterwegs sein, bis sie mal wieder das antreffen.
00:09:25: Sprecher 1 Ja, das ist ja ganz unterschiedlich. Das hängt eben sehr stark von dem Vorkommen dieser Beutetiere ab. In Gegenden, wo es sehr viele gibt, also wo die Dichte relativ hoch ist, wo sie auch nicht, wo sie auch gut geschützt werden. Dort hat vielleicht ein männlicher Leopard ein Revier, das so, wenn man so in so einem Kreis beschreibt, 15 bis 20 Kilometer als Durchmesser hat.
00:09:50: Sprecher 1 Da bewegt sich dieser Schneelopard und diese Reviere werden auch gegenüber anderen männlichen Konkurrenten verteidigt. Überlappen sich dann auch mit den Revieren der Weibchen, also je nachdem wie viel Beutetiere da sind. Da richtet sich dann auch die Größe des Reviers danach.
00:10:09: Sprecher 2 Also jetzt höre ich auch gerade raus, dass die Weibchen und Männchen getrennte Wege gehen. Also es sind alles Einzelgänger.
00:10:16: Sprecher 1 Es sind Einzelgänger, die kommen nur zu der Paarung zusammen. Es gibt so anekdotische Erzählungen, wo auch immer wieder dasselbe schöne Leopardenpaar zur Paarung zusammenkommt und das über Jahre hinweg, dass teilweise auch sie Beute teilen. Das gibt es, und das ist auch nachgewiesen durch Beobachtung. Aber im Prinzip sind es Einzelgänger, also wie bei den Tigern auch. Die einzige Großkatzen Art, die in einer sozialen Gruppe lebt, ist ja der Löwe.
00:10:46: Sprecher 2 Das stimmt. Was ist denn so ein so ein Verhaltensweise des Leoparden? Was dich irgendwie mal überrascht, hat dich wahnsinnig fasziniert.
00:10:56: Sprecher 1 Das ist die Möglichkeit, sich unsichtbar zu machen. Und das ist nicht nur so sprichwörtlich, weil ich habe ja auch noch drei andere Leoparden oder bin denen begegnet im Rahmen einer Besonderung. Diese schöne Leoparden müssen mit, wenn sie, wenn wir ihnen Satellitensendern umhängen müssen, vorher betäubt werden. Das ist ein umfangreiches Unterfangen, da muss sehr viel vorbereitet werden. Es geht ja auch darum, dass die Tiere nicht unnötigen Stress ausgesetzt werden.
00:11:29: Sprecher 1 Aber der WWF Mongolei brauchte diese Daten von den besonderten Tieren dringend, weil er sie brauchte für die Vorbereitung der landesweiten Zählung. Vielleicht komme ich dann noch später drauf. Jedenfalls drei Exemplare, die vom WWF Mongolei gesendet worden waren, mit Satelliten, Halsbändern. Da war ich mit dabei. Und es ist so wenn ein ist. Eines dieser Exemplare war zum Beispiel ein weiblicher Leopard, die nannten wir Tanger, Der ist aufgewacht mit seinem Sender und hat sich dann verzogen, ist verschwunden und schon nach 30 Metern hat man so gemerkt Oh, jetzt verschwimmt der mit dem Hintergrund.
00:12:10: Sprecher 2 Mit 30 Metern.
00:12:11: Sprecher 1 Schon nach 30 Metern verschwamm er mit dem Geröll. Und es ist sehr faszinierend, weil schnell. Leoparden können sich quasi in allen Umgebungen unsichtbar machen. Es ist egal. Nur wenn er jetzt geschlossene Schneedecke ist, dann kann man ihn besser erkennen. Aber auf der Sandist oder Geröll oder große Felsen, ob die dunkel sind mit dieser Fellmusterung und mit diesem Grau, das passt in jeder Landschaft und man sieht ihn eigentlich nicht und nur sehr erfahrene Leute können ihn entdecken.
00:12:42: Sprecher 1 Ich wäre dazu nicht in der Lage.
00:12:43: Sprecher 2 Bevor wir jetzt tatsächlich auf WWF und Monitoring und so was eingehen, würde ich ganz gerne noch mal auf kurz auf das Revierverhalten eingehen, weil da habe ich nämlich auch einige interessanten Fakten gelesen, wie sie ihre Reviere markieren. Und zwar machen sie das mit Ausscheidungen oder ja auch.
00:13:01: Sprecher 1 Oft Sie markieren ihre Reviere ganz unterschiedlich. Also einmal. Spritzen Sie Urin an Felsen, Der ist wieder mit Duftstoffen getränkt. Das machen zum Beispiel Tiger auch. Dann machen sie Kratzspuren an Felsen. Oder wenn irgendwo noch Bäume sind, dann tun sie es auch daran, dass oder sie kratzen auch auf auf ihren Wechseln Stil. Leoparden haben nämlich auch bestimmte Korridore und Wechsel, die sie immer benutzen, weil sie wollen ja wie Menschen auch nicht gerne immer den steilen Berg rauf und dann wieder runter, sondern sie bevorzugen so Bergkuppen, auf denen sie entlangwandern.
00:13:44: Sprecher 1 Und da, da machen sie dann ihre Markierungen und die können wir auch als WWF Leute nutzen, um zu gucken, Gibt es da einen Leoparden überhaupt? Das ist so das erste Anzeichen. Und natürlich setzen Sie auch Losung ab. Und aus der Losung kann man dann zum Beispiel auch erkennen, was sie gefressen haben.
00:14:03: Sprecher 2 Ja, und dadurch wir erkennen, wo sie halt auch unterwegs sind.
00:14:06: Sprecher 1 Genau.
00:14:07: Sprecher 2 Wie sieht denn so ein Alltag eines Leoparden aus? Oder oder vielleicht so das den Jahresverlauf? Wie kann man sich das so ein bisschen vorstellen, wie schnell Leoparden leben? Weil es ist ja eine sehr, sehr karge Landschaft, in der sie unterwegs sind.
00:14:20: Sprecher 1 Also ich denke mal, sie werden immer das Bestreben haben, nicht zu viel Energie zu verbrauchen. Ja, ja, ein Leopard braucht relativ große Beutetiere, also der hat einen Anspruch von etwa 3 bis 4 Kilogramm Fleisch am Tag, am Tag, am Tag. Das ist natürlich viel weniger als zum Beispiel ein Tiger, der braucht so um die Neun, ja, aber trotzdem reicht reichen kleinere Beutetiere.
00:14:46: Sprecher 1 Beutetiere wie zum Beispiel Murmeltiere würden nicht ausreichen, um auf Dauer ihn zu ernähren. Er würde dann verhungern. Deshalb versucht er möglichst effektiv Beute zu machen und nachdem er diese gemacht hat, kann er natürlich so ein großes Schaf dann nicht auf einmal fressen, sondern kommt immer wieder zu demselben Riss zurück. Und dann geht das vielleicht über bis zu einer Woche an, wo er dann an dem Steinbock oder an dem Wildschaf noch Fleisch fressen kann.
00:15:18: Sprecher 1 Und während der anderen Zeit, solange es. Solange er jetzt zum Beispiel keine Junge aufzieht, wird er sich relativ ruhig verhalten. Energiesparen, gucken, was in seinem Revier so ist, aber ständig unterwegs sein ist jetzt auch nicht so seine Sache, würde ich sagen.
00:15:35: Sprecher 2 Okay, jetzt haben wir gerade schon angedeutet, der WWF arbeitet zum Paten. Andererseits würden wir auch nicht drüber sprechen, was ja schon der Hinweis darauf gibt, dass die Leoparden Population jetzt nicht überwältigend ist. Und zwar steht er auf der Roten Liste als gefährdet. Bisschen salopp gefragt Wie ist er dahin gekommen?
00:15:55: Sprecher 1 Auf die Rote Liste ist eine gut. Das ist eine gute Frage, warum es gefährdet ist und nicht nicht stark gefährdet. Er war nämlich schon mal auf der roten Liste, vor einigen Jahren als stark gefährdet geführt und ist dann sozusagen wieder runtergesetzt worden, was wir als WWF nicht so gut finden. Aber diese rote Liste führen ja nicht wir, sondern die IOK, die Weltnaturschutzunion.
00:16:17: Sprecher 1 Und die schätzt, dass es etwa 4000 bis 6500 Tiere noch gibt in insgesamt zwölf Ländern. Das ist aber ein riesiges Gebiet, das ist das gesamte Zentral und Ostasien, also angefangen bei Kasachstan bis eben China, Mongolei klingt erst mal viel, wenn wir von Tieren sprechen, die eben vom Aussterben bedroht sind. Da gibt es ja sicherlich viele Arten, die noch weniger haben.
00:16:47: Sprecher 1 Aber 4 bis 6000 Tiere ist nicht größer als Menschen in einem, äh, in einer kleinen Stadt oder in einem großen Dorf in Deutschland wohnen.
00:16:56: Sprecher 2 Ja so eine Schule, große und.
00:16:59: Sprecher 1 Aber diese Spanne zeigt schon, wie wenig wir überhaupt wissen über das tatsächliche Vorkommen, weil sind es nur 4000 oder sind es jetzt 6500 Tiere? Das liegt daran, dass richtig gute, wissenschaftlich fundierte Zählungen nur ein bislang in einigen wenigen Ländern stattgefunden haben. Ich nenne mal einige oder ich nenne Magie, die es betrifft. Das ist die Mongolei, Bhutan, Nepal, Indien und Russland.
00:17:30: Sprecher 1 Das sind die Länder, die halt ihre Bestände mit sehr gut gesicherten wissenschaftlichen Methoden erhoben haben. In anderen Ländern weiß man da viel weniger drüber und deshalb ist das auch ein Grund gewesen, warum die Asien gesagt hat Weil wir so wenig wissen. Ja, bezeichnen wir ihn jetzt nicht mehr als stark gefährdet, sondern als gefährdet. Weil wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass das Aussterben als stark gefährdete Art wirklich sozusagen sehr wahrscheinlich ist.
00:18:03: Sprecher 1 In Ländern, wo er vorkommt wie Afghanistan, da gibt es natürlich eine Zählung, will ich mal sagen, und andere Länder, wie zum Beispiel Usbekistan oder Tadschikistan gehören ja jetzt auch nicht unbedingt zu denen, wo der Naturschutz an allererster Stelle stünde und daher wird diese Unsicherheit weiter bestehen bleiben. Was die tatsächliche Zahl der Schneel leoparden angeht.
00:18:30: Sprecher 2 Was sind denn die größten Bedrohungen für den Schnee Leoparden wenn wir schon dabei sind.
00:18:35: Sprecher 1 Also wenn wir es über alle zwölf Länder so generell beschreiben, was die Hauptbedrohung sind, dann ist es in erster Linie die direkte Wilderei der Schnee. Leoparden und Mensch, die Wildtierkonflikte, also der Schneelopard. Das hängt beides miteinander zusammen. Ja, Auf der einen Seite wird der opard gewildert, direkt, weil man seine Körperteile oder sein Fell haben möchte. Das Fell als Prestigeobjekt hängt sich dann irgendwie reicher Typ in seine Wohnung.
00:19:09: Sprecher 1 Die Körperteile werden illegal in der traditionellen asiatischen Medizin verkauft und benutzt, obwohl es dafür überhaupt keinerlei therapeutischen Beweise gibt, dass die gegen irgendetwas helfen. Aber das wird genau wie beim Tiger gehandhabt. Von den Klauen bis zu den Schnurrbarthaaren und den Knochen findet dort alles Verwendung. Es ist aber überall in allen Ländern illegal und die Schneelopard Mensch Konflikte entstehen eben dadurch, dass der opard in Hirtengesellschaften Nutztiere reißt.
00:19:48: Sprecher 1 Und das kann man sich zum Beispiel in der Mongolei so ganz gut verdeutlichen. Wie das entsteht. In der Mongolei treiben die Hirten Familien im Herbst ihre Tiere Ziegen, Schafe, Kühe, Pferde in die Täler, damit die vor den Winterstürmen in der Ebene geschützt sind. In den Tälern ist es viel geschützter, da ist auch die Schneelage nicht so hoch, aber da überschneidet sich dann halt das die Weideder der Tiere oder die, wo sie dann bleiben mit dem Revier des Schneelobaden.
00:20:22: Sprecher 1 Und dann reißt Schnee. Leoparden eben auch wenn er nichts anderes findet an natürlichen Beutetieren eben die Nutztiere. Die meisten Hirten, Familien, die sagen das ist der Verlust, den müssen wir jetzt hinnehmen. Und ich habe viele von denen auch gesprochen, von den Menschen, die dort leben und die sagen Ja, ist es schade. Aber es gibt eben einige, die nehmen das nicht so mit Gleichmut hin und die entwickeln dann halt Rachegefühle gegen das Tier und wollen das dann töten.
00:20:52: Sprecher 1 Und die legen dann zum Beispiel in der Mongolei verbotene Murmeltierschlagzeilen aus. Wenn da ein Tier drauf tritt, ist egal ob ein Schneelopard oder ein anderes Tier, dann sind da so zwei Bügel, die so zuschnappen.
00:21:07: Sprecher 2 Diese Art wie so eine Bärenfalle.
00:21:09: Sprecher 1 Genau. Und obwohl diese Falle recht klein ist, so ein Durchmesser hat von 40 Zentimetern. Vielleicht ist die Spannung unglaublich stark. Also ich habe die ja auch im Gelände schon mal gefunden und wenn da zum Beispiel ein Mensch eintritt, dann kriegst du diese Bügel nicht mehr selber alleine auf, der ist ja so stark und dann einem Tier, dass das passiert, das wird dann verenden.
00:21:32: Sprecher 1 In anderen Ländern werden sie dann vielleicht vergiftet. Also das nennt man Rache. Tötung Ja, ist so ein Phänomen. Ja, was eben leider immer noch vorkommt.
00:21:42: Sprecher 2 Das immer noch vorkommt. Und da greift ja auch der WWF ein. Lass uns gerne mal über unsere Projekte sprechen, die wir haben, die du bereust. Welche sind das genau? Was machen wir da?
00:21:52: Sprecher 1 Ja, wir arbeiten vom WWF Deutschland aus mit zwei WWF Büros zusammen. Das eine ist der WWF Nepal. Das macht meine Kollegin, die Katjuscha dafür und das andere Projekt ist wie gesagt in der Mongolei mit dem WWF Mongolei im IM, in der westlichen, im westlichen Teil der Mongolei. Und dort haben wir verschiedene Maßnahmen, die wir von uns auch auch unterstützen und durchführen tun die natürlich die Kollegen und Kolleginnen aus dem WWF Mongolei.
00:22:24: Sprecher 1 Was macht man zum Beispiel, wenn man sind besondere Hotspots hat, wo immer wieder Nutztiere durch den vom Schnee Leoparden gerissen werden? Die Leute sind dann auch relativ unruhig, wenn dann meinetwegen bis zu 15 % der ihrer Tiere nicht retten ihrer Lebens, das ist ja ihre Lebensgrundlage gerissen werden und nicht nur vom Schnee Leoparden, sondern auch von Wölfen. Dann hat man so als Naturschützer irgendwie ein bisschen schlechte Argumente.
00:22:55: Sprecher 1 Also ich kann ja jetzt nicht sagen Du musst aber dessen Freund sein. Ja, ja, sagen die natürlich ja, so geht es aber nicht weiter. Wir haben dann zum Beispiel eine Sache ausprobiert, die hat sich als recht erfolgreich herausgestellt. In der Mongolei gab es bis zur sozialistischen Zeit eine Landrasse an Hütehunden. Die heißen Bankas. Die sind nicht auf Aussehen gezüchtet worden, sondern die hat sich über Jahrhunderte hinweg an die Lebensbedingungen angepasst.
00:23:26: Sprecher 1 Die sind kälte unempfindlich, die können mit wenig Fressen auskommen. Und was sehr wichtig ist, sie sind groß und haben eine sehr laute Stimme. Also wenn die bellen, dann kann man das sehr weit hören. Die Bankas wurden aber während der Sozialismus Zeit in der Mongolei abgeschafft, weil man sagte ja, wir haben jetzt unsere Hirten Familien hierzu zu größeren Verbänden zusammengeschlossen.
00:23:55: Sprecher 1 Wir brauchen die Hunde nicht, die können vielleicht sogar Krankheiten einbringen. Das heißt, diese Landrasse ist in Vergessenheit geraten, was schade ist. Aber wir haben an Hirten Familien zusammen mit der mongolischen Banca Association. Das ist also die NGO, die sich um die Wiedereinführung dieser Landrasse bemüht Haben wir bislang über 54 Bankerwelpen an ausgesuchte Familien abgegeben und diese züchten die auch jetzt weiter, oder?
00:24:29: Sprecher 1 Oder sie vermehren sich auch weiter und die geben die wiederum an andere Familien weiter. Und die Banker sind in der Lage die Herde auch des Nachts gegen Wölfe und Schnee Leoparden allein durch ihre Präsenz zu verteidigen. Und wir haben dann aus Umfragen bei den Hirten Familien auch herausbekommen, Die schlafen einfach besser. Die Leute, die sind viel relaxter, die haben eben eine andere, die haben eine große emotionale Beziehung zu diesen Hunden.
00:24:58: Sprecher 1 Diese Hunde sind Mitglieder ihres Haushalts. Ja, die kümmern sich wirklich wie mehr. Aber die müssen natürlich auch hart arbeiten. Sie sind bei jedem Wetter draußen und die Verluste sind sehr bis auf ganz wenige Tiere zurückgegangen. Das ist so eine Maßnahme, die man machen kann. Es gibt auch andere, die so eher mittelbar sind. Zum Beispiel in der westlichen Mongolei gibt es 21 Kinder und Jugendklubs, die der WWF gegründet hat.
00:25:27: Sprecher 1 Die Schülerinnen und Schüler dort, die gehen ja auf Schulen wie in so einer Internatsform, weil die Familien weit draußen leben. Und die Gebiete sind sehr groß. Die können ja nicht jeden Tag zur Schule fahren. Und dort, mit diesen sogenannten Jugendklubs, führen wir dann so kleine Projekte durch. Wir klären sie auf über ihre Heimat und was dort dann an Tieren und Pflanzen es gibt und warum der Schneelopard auch unbedingt dazugehört.
00:25:56: Sprecher 1 Und die Schüler tragen das in ihre Haushalte rein, in ihre Familien. Da sind.
00:26:01: Sprecher 2 Die Multiplikatoren, unsere.
00:26:02: Sprecher 1 Multiplikatoren und haben wirklich ein sie. Und weil sie dort wie so ein Internat untergebracht sind, können wir sehr gut mit den Schulen zusammenarbeiten machen. Jugendcamps haben ein Comic entwickelt, das heißt Spotyfriend, also gefleckter Freund. Das ist eine der bekanntesten Comicfiguren in der Mongolei geworden. Das wird an Tausende von Haushalten verteilt und ist sogar eine kleine Fernsehserie, eine Zeichentrickserie geworden.
00:26:28: Sprecher 1 Also so wollen wir auch.
00:26:30: Sprecher 2 Wie cool ist das denn?
00:26:31: Sprecher 1 Jugendlichen und Kinder dazu bewegen, halt zu sagen Nee, hör mal, Vater, tu den nichts an, der gehört genauso zu unserer Natur und zu unserem Land dazu. Ja, wie unsere Herde.
00:26:45: Sprecher 2 Wow, ich finde das. Ich finde das total faszinierend. Aber eine eigene Serie Und das ist dann ja, ich nenne sie jetzt mal bisschen viral gegangen, ist fantastisch. Also es ist ganz, ganz viel Aufklärungsarbeit. Jetzt kenne ich das aus anderen Schutzprojekten auch, dass man halt Zäune baut, mit Blinklichtern arbeitet etc. Vor allem bei Löwen ist es beim Stereobaden auch so, was in der Richtung.
00:27:05: Sprecher 1 Ja, aber nicht in der Mongolei, denn das hat auch einen bestimmten Grund. Aber zum Beispiel bei unserem Leoparden Projekt in Nepal, da gibt es so dem der der unterstützen wir den Bau von Grals, die so abgesichert sind, weil die obendrüber so einen Schutzzaun haben. Also das ist ein Pferch, der ist gemauert. Wenn er jetzt nichts, kein anderer weiterer Schutz ist, dann kann der Schneelopard locker über diese Mauer springen und dann kommt es da zum Beispiel zu einer Erscheinung.
00:27:35: Sprecher 1 Die ist besonders tragisch für die Hirten, Familien, so eine Tötungswut, weil der Schneelopard immer nur weitere Beutetiere sieht. Er ist ja da in dem Pferch und die können nicht raus. Die Ziegen und die Schafe. Und er sieht immer nur weitere Beutetiere und erlegt und erlegt, obwohl ja natürlich nur eins brauchte, um sein Namens Bedarf zu decken, dass da besonders fatal.
00:27:58: Sprecher 1 Aber da gibt es die Möglichkeit und die, die praktizieren wir auch, dass da ein Geflecht, ein Drahtgeflecht drüber gelegt wird, mit Holzbalken gestützt, sodass die Tiere gegen Angriffe von oben geschützt sind.
00:28:12: Sprecher 2 Quasi wie so ein Käfig.
00:28:13: Sprecher 1 Genau wie ein Käfig unterstellen. Diesen Käfig stellen die Leute vor Ort auch selbst her. Das heißt, dieses Drahtgitter wird nicht irgendwo gekauft, sondern das machen die selbst aus. Aus Draht, aus Aufrollen, der auf Rollen gespult ist. Da stellen die es Gitter her. In der Mongolei kann man das nicht so machen, weil es weil die weil die eine mongolische Hirtenfamilie hält sehr unterschiedliche Tiere vom Pferd über das Rind bis hin zur Kaschmirziege.
00:28:45: Sprecher 1 Und diese verschiedenen, die kann man nicht wie Schafe in einen Pferch rein, das halten die nicht aus vom Verhalten. Das ist ja das eine. Tier geriet in Panik und das wird da nicht gemacht. Deshalb ist sozusagen der Zaunbau in der Mongolei eigentlich ein Mittel. Das kann man noch anwenden, aber es ist leider auch sehr teuer. Man müsste wirklich einen größeren Zaun bauen und man kann die Tiere nicht in so ein Pärchen, so ein gemauerten Choral des Nachts bringen.
00:29:17: Sprecher 1 Da ist es eher so, dass man mit dem Banker Hunden arbeiten kann. Wir haben aber auch alles mögliche andere ausprobiert Geruchstoffe, die die vielleicht vertreiben. Aber Leopard ist nun mal ein anpassungsfähiges Tier. Das funktioniert dann zehn Mal und beim elften Mal findet er heraus, dass es eigentlich gar nichts ausmacht.
00:29:39: Sprecher 2 Ja und eine Banka Hunden ist mir auch eine Sache gerade eingefallen. Ich habe gelesen, dass sie mit einer Zeremonie übergeben werden. Wie sieht denn diese Zeremonie aus? Weißt du das?
00:29:50: Sprecher 1 Ja, die bekommen so ein hübsches Halsband. Ja, in den mongolischen Nationalfarben Rot und Blau und werden dann der Familie übergeben. Dann wird so ein Foto gemacht. Das dient dazu, dass man sie da einführt. Und man ist. In dem jungen Alter sehen auch alle Welpen immer sehr.
00:30:07: Sprecher 2 Die sehen aber auch ja.
00:30:10: Sprecher 1 Das und die Leute dann zeigen sich mit ihnen ganz stolz. Aber es soll eben auch eine gewisse Formalität bedeuten, dass wir sagen und auch zusammen mit der Banker Association das ist jetzt nicht irgendein Geschenk und jetzt, die müsst ihr auch gut behandeln, die werden ja auch dann noch mal wie die Veterinär medizinisch noch mal begutachtet und betreut. Die Leute sollen die eben als was ganz Besonderes ansehen und das tun sie dann auch und eben auch entsprechend pflegen.
00:30:42: Sprecher 1 Aber das da gab es bislang keine Probleme.
00:30:47: Sprecher 2 Es klingt alles total schön. Wie misst der WWF denn den Erfolg von diesen Massnahmen? Also welche? Welche Ansätze gibt es dort?
00:30:56: Sprecher 1 Na ja, direkt wenn es darum geht, diese dieser Schnee Leoparden Mensch Konflikte zu vermindern, dann kann man das durch Umfragen herausfinden. Dann kann man natürlich auch gucken, wie viele Tiere tatsächlich dann immer noch von Schnee, Leoparden oder anderen Beutegreifern erlegt werden. Das ist der eine Erfolg. Aber der wesentliche Erfolg ist natürlich, wenn man Zahlen hätte, über die ich nie Leoparden Population.
00:31:20: Sprecher 1 Das ist aber nun mal in allen Ländern sehr schwierig. Die zu bekommen. In der Mongolei haben wir als WWF federführend die, die überhaupt die erste landesweite Zählung durchgeführt. Wobei Zählung ist ein bisschen das falsche Wort. Man kann die nicht zählen wie Gnus in der Serengeti. 12345.
00:31:40: Sprecher 2 Ja, ich meine, wenn ein Tier schon den Spitznamen hat.
00:31:42: Sprecher 1 Genau so muss man sehr viel. Da muss man sehr viel mit mit Hochrechnung arbeiten, sehr viel mit Wahrscheinlichkeiten und auch sehr viel mit Modellierungen Zu sagen wir das und da ist die wahrscheinlichste Zahl in der Mongolei. 9:53 das ist die Zahl.
00:32:01: Sprecher 2 Mit ist aber sehr konkret.
00:32:03: Sprecher 1 Es ist gilt Diese Zahl hat die höchste Wahrscheinlichkeit. Aber es kann natürlich auch sein, dass es 50 mehr sind, 50 weniger. Aber immerhin ist es der sicherlich der zweithöchste Bestand von nach China weltweit in der Mongolei. Aber so eine Zählung, die kostet unheimlich viel. Da arbeiten hunderte von Leuten Monate daran. Ja, und das können wir natürlich nicht jedes Jahr machen, wenn es vielleicht hoch kommt.
00:32:31: Sprecher 1 Alle fünf Jahre. Ja, da braucht es viel Geld, das man in die Hand nehmen muss. Und da sind wir als viele auch auch nie alleine, sondern immer mit den staatlichen Behörden und mit anderen Naturschutzorganisationen.
00:32:44: Sprecher 2 Ja, vielleicht auch, da die die Wichtigkeit eben oder den Einschub eigentlich wir haben auch eine Leopardenpatenschaft, die man beim WWF abschiessen kann, um die Leopard Projekte zu unterstützen.
00:32:56: Sprecher 1 Genau, die heißt Leoparden Patenschaft. Aber da sind zwei verschiedene Arten ja gefasst, nämlich da sind zwei Leoparden. Unterarten der Amur, Leopard und der persische Leopard und dann eben halt die verwandte andere Art der Nilopard. Und da kann man diese Projekte unterstützen.
00:33:14: Sprecher 2 Das Projekt unterstützen. Wenn du sagst, alle fünf Jahre werden die Zahlen ja können erhoben werden, wie kann man denn sich dann anpassen mit seinen Maßnahmen, um eben die Zahl wieder zu erhöhen? Also das ist ja wie sprechen ja über Jahrzehnte ja dann.
00:33:32: Sprecher 1 Ja, der schöne Leopard ist ein vom Naturschutz abhängiges Tier. Genauso wie der Tiger oder Naturschutz würde es ihn auf Dauer nicht geben und da muss man immer am Ball bleiben. Das ist ja auch das Gute bei den Patenschaften. Dafür bin ich einmal diesem Paten so dankbar. Da gibt es ja Menschen, die unterstützen das seit Jahren. Aber wir brauchen diese Zeit.
00:33:54: Sprecher 1 Also ich kann jetzt nicht sagen, wir gehen jetzt in die Mongolei machen wir haben unser schon unser Engagement als WWF Deutschland mit mit dieser Patenschaft 2016 begonnen und ich kann ja jetzt nicht sagen, dann 2026 ist die Welt dort wieder in Ordnung? Nein. Wenn wir zum Beispiel rausgehen müssten aus der Mongolei, dann müsste jemand anderes diese Finanzierung übernehmen, damit unsere Kolleginnen und Kollegen dort das weitermachen, weil Leopard bleibt, einer vom Naturschutz abhängiger Art.
00:34:23: Sprecher 1 Dazu zählt zum Beispiel auch der, dass wir die Ranger in den Schutzgebieten unterstützen. Das sind sowohl staatliche Ranger wie auch freiwillige. Dazu zählt zum Beispiel auch, dass wir in der Mongolei an der einzigen Hochschule für die Legislative, das heißt die Law Enforcement University in Ulan Bator, dass wir dort Kurse machen für angehende Polizeibeamte, Grenzschutz und Zollbeamte. Ja, das eben auch in der Art und Weise Personal geschult wird, das dann aktiv gegen Wilderei vorgehen kann.
00:35:02: Sprecher 1 Denn wir als WWF, wir haben ja kein polizeiliches Mandat, wir können immer nur diejenigen Institutionen unterstützen, die das haben. Das sind zum einen Schutzgebiete, Verwaltungen mit ihren ern und Rangerinnen und zum anderen eben so staatliche Behörden wie die Umweltämter, die Polizei oder der Zoll.
00:35:23: Sprecher 2 Okay, also wir merken, es kommt ganz, ganz viel auch auf die Leute vor Ort an, was können wir denn hier machen? Wenn wir jetzt im Podcast sagen Leoparden sind wir total toll, was kann ich denn hier vor Ort noch machen, um eventuell den Leoparden auf der anderen Seite der Welt zu schützen?
00:35:42: Sprecher 1 Also heutezutage kann man immer klar muss man leider immer sagen, wir brauchen hier ein Klima bewusstes Verhalten aller Menschen, weil das hilft letzten Endes auch solchen Arten, die in solchen fragilen Lebensräumen wie den Hochgebirgen leben. Weil das hört sich ja erst mal ein bisschen so so ohne Bezug an, aber das stimmt nicht. Ja, ich meine, im Himalaya zum Beispiel ist es so, dass die durch die Klimaerwärmung wächst, ja die Baumgrenze immer in höhere Lagen.
00:36:20: Sprecher 1 Gleichzeitig schmelzen Gletscher ab. Ja, der Schnee Leopard. Er hat aber nur dieses Band oberhalb der Baumgrenze. Aber je höher diese Baumgrenze rückt, desto höher gehen natürlich auch Nutztiere, Schafe, Ziegen, die wiederum Konkurrenz bilden für die natürlichen Beutetiere des Schnees. Leoparden und die Gebirgs lebensräume verändern sich auch drastisch. Und das ist dann nicht nur ein Problem für die Geparden oder?
00:36:51: Sprecher 1 Beziehungsweise ihre Beutetiere. Regen kommt zu einer Zeit, wo gar kein Regen erwartet wird. Schnee schmilzt zu einer Zeit, wo die Schneeschmelze überhaupt nicht erwartet wurde. Also diese ganzen Regeln, Mechanismen, Mechanismen, die werden durch die Klimaerwärmung immer mehr außer Kraft gesetzt. Aber die größte Katastrophe, die dort den Menschen noch bevorsteht, die haben wir überhaupt nicht, die es uns gar nicht bewusst über 300 Millionen Menschen am Rand des Himalaya, in Indien, in Nepal leben, an Flüssen, die alle ihren Ursprung im Himalaya haben, darunter ganz große, wie der Brahmaputra, der Ganges, der Indus.
00:37:33: Sprecher 1 Und wenn diese Flüsse zum Beispiel nicht mehr genügend Wasser führen, dann wird auch irgendwann die Landwirtschaft nicht mehr möglich sein. Oder wenn diese Menschen unter Dürre leiden oder unter heftig heftigen Stürmen und Regenereignissen, dann betrifft das sie ganz, ganz direkt. Das heißt also, wenn wir uns Klima verantwortlicher verhalten, dann hilft es, sowohl die Leoparden wie auch insgesamt die Bevölkerung vor Ort.
00:38:01: Sprecher 2 Also wir merken, wir sind eine Welt, ein Kreislauf. Alles hängt miteinander ab. Markus Ratay, unser Schnee leopardenexperte beim WWF. Ich danke dir für deine Zeit, für deine Expertise und danke euch auch für die Unterstützung bis hier hin. Ich sehe jeden Kommentar hier, jeden Like. Also bitte gerne weitermachen, abonnieren, liken, teilen. Fünf Sterne und eine Review hinterlassen und wünsche euch noch einen wunderschönen Tag.
00:38:26: Sprecher 2 Danke. Ciao.
00:38:27: Sprecher 1 Ciao. Ein.