Ein Podcast des WWF Deutschland zu Arten- und Naturschutz im 21. Jahrhundert.
00:00:00: Wenn jede Person auf dem Planeten so leben würde wie in Deutschland, dann würden wir die Ressourcen von drei Planeten brauchen.
00:00:08: Du gehst in den Supermarkt und
00:00:10: alle
00:00:10: Regale sind leer – kein Obst, kein Gemüse, maximal ein paar vertrocknete Blätter.
00:00:16: Und unter den Regalen findest du hier und da vielleicht noch eine Konserve aber mit einem alten MRD.
00:00:23: Sonst nur Staub!
00:00:24: Nein, dies ist kein Zombiefilm.
00:00:26: Sondern so müssten im übertragenen Sinne jetzt all unsere Supermärkte aussehen!
00:00:31: Denn wir haben unseren natürlichen Ressourcen aufgebraucht – übers Ziel hinaus geschossen?
00:00:36: Mal wieder….
00:00:37: Es is the World Overshoot Day Aber vielleicht können wir das ändern... Und das ist unser Thema heute hier bei LivingPlanet der WWF Podcast.
00:00:45: Ich bin Eileen Wegner und zu Gast habe ich Projektmanager Circular Economy Björn Scholz, mein Kollege vom WWF, der sich ganz viel mit Ressourcen und Ressoursenverbrauch beschäftigt.
00:00:55: Hallo Björnn!
00:00:56: Hallo Arlene, danke für die Einladung.
00:00:58: Schön,
00:00:58: dass du da bist.
00:00:59: So jetzt sind alle unsere natürliche ressourcen aufgebraucht.
00:01:02: nach dem deutschen Over-Shoot Day haben wir den World Over-shoot day.
00:01:07: Was ist das eigentlich?
00:01:08: Genau, der Earth Overshoot Day.
00:01:10: Deutsch-Erd Überlastungstag ist der Tag im Jahr wo wir alle natürlich noch Ressourcen die uns zur Verfügung gestellt werden und sie sich erneuern aufbrauchen.
00:01:19: Global gesehen hast du schon gesagt dass es am dreißigsten Juli.
00:01:22: in Deutschland sind wir da ein bisschen früher.
00:01:24: Das ist ungefähr der zehnte Mai Oder anders ausgedrückt sind es ungefähr drei Erden, die wir brauchen an Ressourcen in Deutschland.
00:01:31: Das heißt wenn jede Person auf dem Planeten so leben würde wie in Deutschland dann würden wir die Ressursen von drei Planeten brauchen.
00:01:40: Wahnsinn.
00:01:40: Also global betrachtet sind es dann eine Eins Komma sieben, also ist auch nicht viel besser.
00:01:45: Immer noch mehr als die, die wir zur Verfügung haben?
00:01:47: Genau und wir leben damit auf Brumm.
00:01:49: das heißt wir leben eigentlich von zukünftigen Generationen und von einem Naturbudget was wir eigentlich gar nicht haben.
00:01:56: Wie wird in dieser Tag berechnet?
00:01:57: Weil du sagst es ja gerade schon, der Deutsche ist im Mai.
00:02:00: Dir für die ganze Erde ist jetzt im Juli.
00:02:02: Jetzt weiß ich das andere Land der Katar ist sehr weit vorne.
00:02:05: Ich glaube Honduras war sehr weit hinten wenn ich das jetzt richtig im Kopf habe.
00:02:08: wie wird das Ganze denn?
00:02:09: ein Kategorie ist hier.
00:02:11: Welches Land kommt wohin?
00:02:12: Genau.
00:02:12: also die Berechnung speist sich aus zwei Elementen.
00:02:16: wir schauen uns einmal die Biokapazität an, also die Regenerationsfähigkeit unserer Ökosysteme.
00:02:22: Also wie viel CO² kann unsere Atmosphäre aufnehmen?
00:02:25: Wie viele CO² können zum Beispiel die Oceano oder die Welle aufnehmen – das ist sozusagen eine Seite.
00:02:32: und die andere Seite ist der globalen ökologische Fußabdruck der Menschheit.
00:02:37: Was verbrauchen wir an Ressourcen für Energie, für Wohnen, für Mobilität
00:02:41: etc.?
00:02:43: durcheinander geteilt.
00:02:44: und dann hat man einen Tag im Jahr, wo man sagen kann da sind die natürlich eine Ressourcen aufgebraucht.
00:02:49: Wie du sagst ist es für verschiedene Länder unterschiedlich weil sie natürlich unterschiedliche hohe Fußabdrücke haben und auch zeitlich betrachtet finde ich das eigentlich ganz schön.
00:02:58: Da gibt's diese Grafik die zeigt in den Siebziger Jahren haben wir das erste Mal sozusagen ein Erdüberlastungstag gehabt war der noch am Dezember Und in den letzten Jahrzehnten ist er natürlich immer weiter nach vorne gerückt, global betrachtet war das dann im Jahr zweitausend ungefähr im September und jetzt sind wir natürlich am dreißigsten Juli.
00:03:17: Das heißt man sieht eigentlich ganz schön wie der Erdüberlastungstag immer weiter früher in des Jahr rückt.
00:03:23: Wir sehen aber auch gleichzeitig natürlich Unterschiede zwischen den Ländern gerade Länder im Globalen Norden Industrienation mit sehr hohem Einkommen die verbrauchen natürlich viel mehr Ressourcen während zum Beispiel Länder im Klubhallen Süden mit einfach weniger Einkommen.
00:03:39: Da komme ich aber natürlich auch wieder zu einem Gerechtigkeitspunkt, weil die ökologischen Auswirkungen natürlich viel mehr in diesen Ländern gespürt werden, die eben nicht soviel verbrauchen als wir hier in Deutschland.
00:03:50: Jetzt hast du meine nächste Frage schon ein bisschen vorweg genommen und zwar wäre das gewesen, warum es nicht nur ein Umweltthema ist sondern auch eben ein Wirtschafts- und Gesellschaftsthema genau mit der ungleichen Verteilung, wer was wie viel verbraucht.
00:04:02: Kannst du uns da ein bisschen mehr mit tiefer reinnehmen?
00:04:04: Genau, also ich finde wenn man über die Themen Gesellschaft aber auch Wirtschaft redet und vielleicht in die Medien gerade schaut dann sieht man manchmal dass die einfach so im Luft lernen Raum schweben oder man hat das Gefühl sie sind irgendwie gar nicht existenziell verbunden mit dem Naturkapital was die Erde uns zur Verfügung stellt.
00:04:22: Dabei ist natürlich auch die Wirtschaft und Unternehmen total verwoben und existenziell abhängig davon, wie fruchtbare unsere Böden sind.
00:04:30: Wie viel CO² unsere Atmosphäre aufnehmen können?
00:04:33: Ob wir genug Wasser haben oder ob wir genug Ökosystem-Dienstleistung haben die auch unsere Gesellschaft am Leben hält.
00:04:39: und auch auf Unternehmensseite betrachtet sehen wir ja aktuell gerade die Auswirkungen von einem sehr hohen Ressourcenverbrauch.
00:04:45: also wenn wir auf die geopolitischen Risiken schauen auf die Kriegsgebiete gerade in der Welt welche Ripple Effekts die auf unserer Wirtschaftssysteme Importabhängigkeiten, Preisschwankungen an der Tankstelle.
00:04:59: Da sieht man wie wenn wir zum Beispiel auch sehr stark von fossilen Energieträgern abhängig sind – von Metallen und von anderen Rohstoffen und die nicht in einem Kreis führen?
00:05:09: Wir natürlich sehr große Effekte haben auf die Gesellschaft und die Wirtschaft!
00:05:14: Und auch auf gesellschaftlicher Ebene.
00:05:15: natürlich Sehen wir, wie du angesprochen hast auch diese Ungerechtigkeit zwischen den Nationen.
00:05:22: Also gerade Industrienationen die einfach auf hohen Ressourcenverbrauch setzen und eben nicht so stark die Auswirkungen spielen als Länder zum Beispiel im globalen Süden, die einfach nie so viel Ressursenverbraucht haben.
00:05:33: Bevor wir jetzt weitermachen lasst uns nochmal bitte diesen Begriff Ressoursen genauer definieren damit wir da auf einer Wellenlänge sind
00:05:39: Genau, der Ressourcenverbrauch oder auch anders ausgedrückt primär Rohstoffverbraucht.
00:05:45: Sehr sperriges Wort!
00:05:46: Also ich meine dann mit die neuen Materialen, die sozusagen abgebaut werden, die werden berechnet und das sind in Deutschland ungefähr sechzehn Tonnen.
00:05:55: Also sehzehn tonnen pro Kopf pro Jahr, die wir verbrauchen.
00:05:59: Und das sind unterschiedliche Kategorien.
00:06:01: also... Wir teilen das ein, einerseits in Biomasse.
00:06:05: Also zum Beispiel die Textilien, die wir tragen, dass Baumwolle drin.
00:06:09: Biomass ist auch Holz.
00:06:10: Wir haben aber auch fossile Energieträger also das dann sowas wie Erdöl, Gas, Kohle.
00:06:16: Wir habe Metalle so was wie in unseren Smartphones drinnen es selber Eisenkupfer andere Metalle und wir haben auch mineralischer Rohstoffe, also Dinger, die wir dann eher so im Bausektor benutzen.
00:06:29: Kalksteinsand diese vier Kategorien gibt es und Wir müssten eigentlich von diesen sechzehn Tonnen auf ungefähr acht Tonne runter.
00:06:40: Also mal
00:06:40: eben halbieren
00:06:41: genau Mal eben halbirn bis zwanzigfünftvierzig.
00:06:44: Das ist ungefähr die zielmark auf die wir dorthin müssen.
00:06:48: Okay Ich würde ganz gerne nochmal eins mehr Schritte zurückgehen weil das gerade noch ein bisschen nicht Ganz in meinem Kopf klar ist Wenn wir sagen, wie leben auf Pump.
00:06:57: Wie funktioniert das auf die Erde gesehen?
00:07:00: Weil wenn ich zu Hause nichts mehr habe, dann hab' ich zuhause nix mehr!
00:07:06: So, dann ist es halt leer.
00:07:07: und wie können wir denn von der Erde auf Pump
00:07:10: leben?!
00:07:11: Wenn wir auf Pump leben meine ich nicht damit dass an diesem Tag sozusagen alle Ressourcen aus sind, dass wir kein Wasser mehr haben, keine Böden mehr haben... Ist natürlich eher metaphorisch, hypothetisch so gesprochen.
00:07:23: Aber wir leben natürlich im Pump in dem Sinne, dass zukünftige Generationen einfach nicht mehr die stabilen Ökosysteme, die wir vielleicht gerade noch genießen nutzen können.
00:07:32: Das heißt langfristig das die Stabilität der Ökosesysteme abnimmt.
00:07:37: Also da wird es die Erde quasi immer mehr aushöhlen und aushöhlen, weil wir einfach zu viel nehmen?
00:07:41: Genau!
00:07:42: Die Übernutzung dieser Ressourcen führt zu dieser Dreifachproblematik-Biodiversitätskrise Klimakrise, Umweltverschmutzung von denen wir natürlich alle betroffen sind.
00:07:52: Auch jetzt schon heutzutage – wie merken das gerade an der Hitzewelle die über Europa rast?
00:07:58: Wir sehen es an Wassermangel und anderen Umweltfaktoren mit denen wir tagtäglich zu tun haben und wo wir sehen dass der Zustand dann natürlich abnimmt und damit heute schon betroffen ist.
00:08:10: Jetzt bist du schon quasi in unserem Alltag angekommen, weil die Frage ist natürlich was hat das große Ganze jetzt mit mir einzeln zu tun.
00:08:17: Was sind denn so diese typischen großen Ressourcenverbräuche im Alltag?
00:08:22: Also wo verbrauchen wir ganz viel?
00:08:24: vielleicht auch ohne drüber nachzudenken?
00:08:26: Wenn wir in Deutschland den Ressursenverbrauch anschauen dann kann man es ungefähr in zwei Hälften teilen.
00:08:32: der eine Teil ist der strukturelle Teil also wenn ja Staat zum Beispiel investiert in Brücken oder Straßen die gebaut werden Und der andere Teil ist der private Konsum.
00:08:42: Also wirklich diese Alltagsentscheidung, wenn ich im Supermarkt bin welche Produkte kaufe ich?
00:08:47: Wenn ich meiner Wohnung einrichte was verwende ich da?
00:08:50: also wo wir dann wirklich mehr Entscheidungen treffen?
00:08:54: und auch in beiden Bereichen muss man sagen die drei größten Hebel die drei grössten Sektoren sind dann erstens der Wohn- und Gebäudesektor Also auf wie viel Wohnfläche lebe ich, welche Heizungsform nutze ich.
00:09:06: An zweiter Stelle dann das Thema Ernährung also welcher Art von Produkten konsumiert?
00:09:12: hier?
00:09:12: ist es sehr tierisch?
00:09:14: Ist es vielleicht eher pflanzlich?
00:09:15: Das spielt hier so eine sehr große Rolle.
00:09:17: und als drittes ist dann der Mobilitätssektor also welche Art der Fortbewegung nutze Ich?
00:09:23: ist es vielleicht ein Auto?
00:09:24: Es ist der ÖPNV.
00:09:25: das hat auch ganz große Effekte Auf den Ressourcenverbrauch.
00:09:29: die anderen Sektoren zum Beispiel jetzt Bildung, Gesundheit, Freizeit, die spielen gar nicht so eine große Rolle.
00:09:34: Die sind natürlich wichtig.
00:09:35: aber hier die drei größten Hebel sind wirklich Wohnen, Ernährung und Mobilität.
00:09:40: Okay wir haben diese drei Sekturen oder diese drei Zonen Und ihr habt ja euch auch schon Gedanken dazu gemacht Du kommst jetzt nicht völlig aus dem Blauen hierher wie das in Zukunft aussehen könnte.
00:09:51: Wie wird da irgendwie hinkommen um das eben zu halbieren?
00:09:54: Nehm uns doch gerne da mal mit.
00:09:56: Genau also es gibt Dieses acht Tonn Ziel und vielleicht als Hintergrund hierzu an zwanzig, vierundzwanzig hat die Bundesregierung eine nationale Kreislaufwirtschaft Strategie ins Leben gerufen.
00:10:09: So einer der letzten Sachen, die die Ampelkollizon noch über den Tisch gebracht hat wo wir auch als WWF beteiligt waren und da wurde unter anderem das Ziel gesetzt dass Deutschland bei zwanzivvierzig eben den Ressourcenverbrauch halbieren soll.
00:10:24: Jetzt fragst du dich bestimmt, das ist irgendwie nicht so greifbar.
00:10:27: Was heißt irgendwie acht Tonnen in meinem Alltag?
00:10:30: Das ist irgendwie eine Zahl und wir wollten das ein bisschen greif war machen.
00:10:34: was heißt es denn wirklich im Alltag?
00:10:36: wie sieht das aus in diesen drei Sektoren Wohnmobilität Ernährung.
00:10:41: Was muss man sich darunter vorstellen?
00:10:43: dazu hatten wir Eine ganz spannende Initiative.
00:10:47: Wir haben dreißig BürgerInnen eingeladen, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen.
00:10:52: was würdet ihr denn machen wenn ihr nur noch diese acht Tonnen habt?
00:10:55: Wie würde dir euren Alltag gestalten und dass wir nicht eine einzelne Vision vor stellen, also wie du genau wohnen musst auf viel Quadratmeter was du genau essen musst.
00:11:06: Wie du dich fortbewegen musst dass wir diesen dreißig Leuten sozusagen die Freiheit gelassen haben und diese Fragen gestellt haben wie würdest Du eigentlich dein eigenes Leben gestalten?
00:11:14: Wie sieht für Dich ein gutes Leben aus mit diesem Hintergrund des Acht Tonnen Ziels?
00:11:20: Und wie würdest Du es dann gestalten?
00:11:22: Und da sind ganz spannende Dinge rausgekommen und wir haben das auch modellieren lassen, wie dann so ein Acht Ton Lebensstil im Alltag aussieht.
00:11:31: Optionen sozusagen rausgekommen.
00:11:33: Ich kann vielleicht einfach mal zwei Beispiele nehmen?
00:11:35: Ja, super gerne!
00:11:36: Damit willst du ein bisschen greifbarer alles.
00:11:38: Genau wir haben das sozusagen an Beispielpersonen verbildlicht.
00:11:42: Eine Person ist zum Beispiel Rudi der Rentner, der ist Anfang siebzig und lebt in einem Haus auf dem Land ungefähr neununddreißig Quadratmeter pro Kopf.
00:11:52: Erlebt mit seinen Partnern zusammen also die leben auf ungefähr achtzig Quadratmetern zusammen.
00:11:56: Auf dem Land in zwanzigvierzig existieren immer noch Autos sich auch ein Auto.
00:12:02: Sie ernähren sich aber ein bisschen mehr pflanzlich als vor zwanzig Jahren, also seit zweitzehntzig sechsundzwanzig.
00:12:08: Aber auch ihre Produktnutzung hat sich verändert.
00:12:11: die Smartphones diese benutzen Laptop TV etc.
00:12:15: sie fünf Jahre durchschnittlich nutzen.
00:12:18: und auf der anderen Seite das ist so das zweite Beispiel es Kim lebt in der Stadt Und für sie ist es so ein bisschen wichtiger, auf größerer Fläche zu wohnen.
00:12:25: Also dafür lebt sich dann auf Fünfzig Quadratmeter pro Kopf aber spart an anderer Stelle ein.
00:12:30: Dafür ist die dann vegetarisch und sie hat auch kein Auto, weil zwanzig-fünfundvierzig.
00:12:34: das sind die Systemannahmen, die wir in der Modulierung benutzt haben, gehen ja auch davon aus dass der ÖPNV einfach viel stärker ausgebaut ist und er ist dann auch einfacher... Das wäre
00:12:43: schön!
00:12:43: Ja
00:12:44: genau, das wär schön.
00:12:45: Es wäre einfacher natürlich auch auf dem ÖPN V umzusteigen und so hat man ein paar greifbare Zahlen, wo man merken kann okay bin ich drüber oder bin ich darunter?
00:12:55: und das Ergebnis war eigentlich dass alle dreißig Leute die wir da beteiligt haben.
00:13:00: Das war über mehrere Monate hinweg haben gesagt ok wir können uns das eigentlich vorstellen mit acht Tonnen zu leben.
00:13:06: Das ist eigentlich machbar unter bestimmten Voraussetzungen also strukturelle Bedingung Rahmenbedingungen die gegeben sein müssen weil man kann natürlich in einer nachhaltigen Welt wie heute sehr schwer nur nachhaltig leben.
00:13:19: Ja klar, man kann ja nicht selber hingehen und seine eigene Buslinie bauen oder sowas in der Richtung.
00:13:24: Das heißt das bedeutet wenn ich jetzt gerade richtig rausgehört habe... Ein bisschen schlechteres Verhalten, mit auf der anderen Seite besserem Verhalten kompensieren beispielsweise.
00:13:37: Ich reise sehr gerne, ich möchte einmal im Jahr gerne in den Flieger steigen und einen anderen Kontinent besuchen.
00:13:42: Auf einer anderen Seite habe ich kein Auto, ernähre mich vegetarisch, kaufe meine Klamotten größtenteils Second Hand – das kann ich damit so ein bisschen ausgleichen!
00:13:51: Genau, das ist so ein kompensatorisches Modell.
00:13:54: Ich kann das ausgleichen.
00:13:55: wenn ich sage, ich möchte wie du vielleicht lieber einmal in fünf Jahren sehr weit verreisen dann schränke ich mich eben an anderer Stelle ein in den anderen Sektoren.
00:14:06: Okay welche Antworten waren denn so dabei die?
00:14:09: vielleicht gibt es irgendwas was dich überrascht hat?
00:14:11: Dass jemand gesagt hat so dass würde ich aufgeben damit ich eben das Acht Ton Ziel erreiche oder das würde ich vielleicht gar nicht aufgeben weil das gehört zu mir!
00:14:18: Das ist immer eine DNA.
00:14:20: In dem Bürgerbeteiligungsprozess fand ich ganz interessant, dass das Thema Wohnen sehr heißt diskutiert worden ist.
00:14:26: Dass es für sie sehr wichtig ist eben eine gewisse Wohnfläche zu haben und sie dafür aber auf zum Beispiel längeren weiteren Urlaub verzichten würden der vielleicht nicht in Europa liegt.
00:14:37: Aber da doch jeder irgendwie für sich so seine eigene Lebensstilkonstellation gefunden hat wie man diese verschiedenen Konsumfälle aufwiegen kann.
00:14:46: also Ich kann das quasi kompensieren.
00:14:49: Also wenn ich mir jetzt mein eigenes Leben angucke und hoffentlich auch alle Zuhörerinnen jetzt gerade überlegen, okay das ist mir wichtig.
00:14:55: Mir ist zum Beispiel wichtig einmal die Woche ins Stackhouse zu gehen oder sowas.
00:14:58: wie kann ich das dann selber irgendwie herausfinden?
00:15:01: Wie ich gewisse Verhaltenswünsche kompensieren kann?
00:15:04: also wie fange ich da an?
00:15:06: Man sitzt da irgendwie und hat ganz viel Information vor der Nase und denkt so hoch was mache ich denn jetzt
00:15:11: genau?
00:15:12: dafür gibt es ganz tolle CO-Zware noch Ressourcenrechner die man nutzen kann.
00:15:16: Da kann man sich einmal ausrechnen lassen wie der eigene Lebensstil sozusagen übersetzt wird in den Ressourcenverbrauch, in einem Treibhausgase.
00:15:24: Und da gibt es zum Beispiel einen vom Umweltbundesamt aber auch vom Opertal-Institut.
00:15:28: wir haben auch einen selber der CO² Rechner auf der WWF Seite.
00:15:32: Da werden auch die eigenen Bigpoints erst mal gezeigt, auf die man sich fokussieren kann.
00:15:37: wo die größten Impact sind sie so zu sagen in meinem eigenen Lebensstiel ändern kann.
00:15:42: Okay dann legen wir da erstmal alle los.
00:15:44: Aber du hast gerade ein ganz ganz ganz wichtigen Punkt gesagt und sagst ist die Struktur.
00:15:48: Also, wir können selber ein bisschen gucken.
00:15:50: Muss ich jetzt Kuhmilch sein oder geht Hafermilch?
00:15:52: Oder muss ich jetzt einmal die Woche ins Steakhouse?
00:15:55: Aber das große Ganze, die Rahmenbedingungen sind ja auch da.
00:16:00: Wie können wir daran gehen?
00:16:01: Gibt es da schon Ideen wie wir das ändern können?
00:16:04: Genau also diese ganzen Modulierungen, die ich gerade genannt habe mit diesen Kennwerten... Basieren auf Systemannahmen, die sich bis zu zwei fünf vierzig ändern.
00:16:14: Und das ist an erster Stelle natürlich die komplette Defossilisierung unseres Wärmennetzes und Stromnetzes unserer Mobilitätsformen.
00:16:22: Das heißt wir müssen weg von den fossilen Wir müssen auch hin.
00:16:26: zweitens zu einer ganz umfassenden Kreislaufwirtschaft.
00:16:30: also wir haben ja aktuell wenn ihr uns den Ressourcenverbrauch anschauen Wenn wir das an dem Beispiel eines Smartphones mal durchdeclinieren, wir bauen dafür natürlich Metalle ab.
00:16:40: Bauen Ärzte ab und dann produzieren wir das mit diesen Metall- und Rohstoffen zusammen.
00:16:46: Wir mutieren es zusammen, wir brauchen dabei Energie in der Produktion.
00:16:50: Wir brauchen natürlich eine Verpackung da muss irgendwie Erdöl her.
00:16:53: Und wir verursachen auch Zielzrei.
00:16:56: bei dem Transport nach Deutschland.
00:16:59: Und dann aktuell liegen die meisten Smartphones nach kurzen Nutzungen vielleicht in der Schublade und landen auf den Müll, das ist eine relativ sehr lineare Wirtschaftsweise von Anfang bis Ende.
00:17:11: Wir müssten diese lineare Linie nehmen und die zwei Enden einmal zusammenführen an einen Kreis.
00:17:17: Wie machen wir das?
00:17:19: Dafür gibt es ganz viele Strategien wie wir Kreislaufwirtschaft umsetzen.
00:17:26: Schönes Bild einer Leiter.
00:17:29: Genau, eine Leiter ist nicht rund aber es gibt unterschiedliche Strategien die einen unterschiedlichen Impact haben.
00:17:34: Das sind die sogenannten R-Strategien.
00:17:36: also er kommt dann aus dem Englischen weil diese ganzen Strategie mit r anfangen also Reparat war Recycling etc.
00:17:44: Die kann man ungefähr in drei Schichten einteilen Also die unteren Strategien, das sind dann zum Beispiel Recycling oder wenn wir zum Beispiel das Handy thermisch verwerten.
00:17:55: Es wird verbrannt und dann nutzen wir vielleicht die Energie für Wärmergewinnung.
00:18:00: Die haben aber immer noch einen sehr hohen Ressourcen-Energieaufwand.
00:18:04: Das heißt, wir wollen eigentlich höher auf die Leiter.
00:18:07: Die nächste Stufe der Errstrategien ist dann zum Beispiel Reparatur, ist zum Beispiel Wiederverwendung, ist z.B.
00:18:15: Refurbishment.
00:18:16: also ich könnte zum Beispiel statt eines neuen Handys einen Refurbished Handy kaufen.
00:18:21: Ich könnte mein Handy reparieren lassen.
00:18:24: Die dritte Schicht der Errstrategien, das sind dann eher so grundsätzliche Fragen.
00:18:28: Also die fragen dann was brauchen wir überhaupt und unsere Bedürfnisse zu befriedigen?
00:18:33: Also quasi
00:18:34: den Überfluss bisschen reduzieren wirklich uns wieder auf die Basics konzentrieren.
00:18:37: Versteh ich es gerade richtig?
00:18:39: Genau!
00:18:39: Die fragen wie viel wir eigentlich brauchen.
00:18:41: also brauchen wir wirklich jedes Jahr das neueste Handymodell und wir müssen auch einen anderen Geschäftsmodellen denken.
00:18:49: Da sind zum Beispiel auch gangbar dass wir Sharing-Modelle entwickeln.
00:18:53: oder wenn wir bei dem Design ansetzen, also wie designen wir das Produkt?
00:18:57: Designen wir es so dass zum Beispiel der Akku verklebt ist in dem Handy und wir können den Akku nicht austauschen.
00:19:03: Wir müssen natürlich dahin kommen, dass das Produktdesign so gestaltet ist, dass es reparierbar ist, das es langlebig ist ,dass wir lange dieses Produkt nutzen können.
00:19:12: Und das fängt natürlich da an, wenn dieses Produkt noch gar nicht produziert ist, was wir uns davor Gedanken machen.
00:19:17: Wie designen wird das Produkt so, dass wir möglichst wenig Ressourcen verbrauchen?
00:19:22: Wie siehst du da den Trend?
00:19:23: Also wenn du sagst, wir wollen unseren Ressourcenverbrauch für jetzt knapp zwanzig Jahre reduzieren.
00:19:29: Siehst du das wir auf einem guten Weg sind?
00:19:31: Siehst so dass da genügend Anseite da sind und es auch der Wille ist eben in diesen Rahmenbedingungen die jetzt einzelne Personen nicht mitgestalten können höchstens bisschen pushen können.
00:19:40: Siehst du, dass wir dahin kommen?
00:19:42: Wenn ja uns den Ressoursenverbrauchs seit zehn anschauen in Deutschland dann hat er nur drei Prozent abgenommen.
00:19:50: Das heißt, in einem gleichen Tempo würden wir dieses Ziel dieser acht Tonnen erst in den zwei tausendzweihunderter Jahren erreichen.
00:19:58: Also das kriegen wir wahrscheinlich nicht mehr mit und es ist natürlich viel zu spät.
00:20:01: Wir müssten das in zwanzigvierzig erreichen.
00:20:05: Das heisst, wir stehen da von einer ganz großen Aufgabe die natürlich die nationale Kreislaufwirtschaft Strategie auch angeht.
00:20:13: Aber was wir natürlich brauchen sind und das haben wir im Klimaschutzgesetz, natürlich verbindliche Klimaziele.
00:20:19: Die brauchen wir auch mit dem Ressourcenschutz.
00:20:20: Also wir brauchen wirklich verbindliche absolute Reduktionsziele, ressourcenziele die gesetzlich verankert sind, die ständig gemonitelt sind.
00:20:29: also wo wir sehen bei welchem Stand sind wir gerade?
00:20:32: Wirklich jedes Jahr und dann auch für jedes Ressort Pflichten auferlegt werden wie wir diese Ressoursensziele erreichen.
00:20:40: Die müssen natürlich dann auch diese strukturellen Rahmenbedingungen anstoßen und da sind wir einfach gerade noch hinterher.
00:20:46: Okay, glaubst du es ist machbar wenn wir jetzt richtig auf die Tube drücken?
00:20:49: Also ich bin Optimist!
00:20:51: Und unser Projekt zeigt ja – und das zeigen auch unsere Modellierung – ist es praktisch technisch möglich.
00:20:57: Also diese Personen, die ich vorhin angedeutet habe, auch diese systemische Bedingung….
00:21:03: Wir haben ja die Lösung auf der Hand.
00:21:04: Wenn wir diese Dinge umsetzen, dann ist es auf jeden Fall möglich, sie bis zu zweiundzigfünfundvierzig zu erreichen.
00:21:10: da spielen aber natürlich jetzt auch ganz andere Dinge rein an die politische Station, aber auch wie sich Menschen verhalten.
00:21:17: Ob wir es schaffen, Strukturen so zu verändern dass zum Beispiel nachhaltige Optionen einfach günstiger sind.
00:21:24: also in unserer Umfrage, die wir durchgeführt haben repräsentativ, haben ja auch abgefragt was brauchen eigentlich Menschen?
00:21:30: Was braucht ihr um euer Leben so umzustellen?
00:21:33: ist das für euch gangbar?
00:21:34: ist es für euch vorstellbar dieser Acht Ton Lebensstil?
00:21:37: Welche strukturellen Rahmenbedingungen befürwortet ihr auch?
00:21:41: Und da ist es für ganz viele Menschen vorstellbar.
00:21:44: Also ungefähr fifty-fünfzig Prozent der Deutschen sagen ja, ein Achthornlehmstil ist machbar und vorstellbaar wenn natürlich diese Rahmenbedingerung umgesetzt werden und die sind natürlich der Hebelpunkt um das Verhalten auf individueller Ebene anzustoßen.
00:22:00: Okay, bei diesen Rahmenbedigungen geht's dann um mehr öffentliche Verkehrsmittel, die leichter nutzbar sind guter Wohnraum, der auch klein ist aber trotzdem modern.
00:22:09: Frage zeichnen oder?
00:22:10: Genau wenn wir da vielleicht einfach mal bei dem Thema Wohnen anfangen, dann ist es natürlich wichtig dass wir den Wohnflächenverbrauch reduzieren.
00:22:20: also wir sind aktuell in Deutschland bei ungefähr forty-seven Quadratmeter pro Kopf Und wir müssten eigentlich runter auf einundvierzig Quadratmeter, das heißt ungefähr fünf bis sechs Quadratmetern.
00:22:30: Wir waren auch schon mal bei dieser Zahl bei ungefähr der Zeitausender Wende.
00:22:34: Das heißt es ist gar nicht so weit weg und da brauchen wir natürlich andere Politikinstrumente die es erleicht dann auf weniger Wohnraum zu leben oder ihnen zu verteilen.
00:22:44: Da gibt's zum Beispiel Wohnungstrausch verschiedene Programme auf Stadtinitiative.
00:22:49: Da lebt vielleicht jemand Älteres in einem großen Haus, weil die Kinder ausgezogen sind und möchte lieber in einer kleinen Wohnung leben.
00:22:56: Und auf der anderen Seite haben wir eine Familie mit zwei Kindern, die auf einer viel zu kleinen Wohnung Leben, dass man dort ein Angebot ermöglicht sozusagen den Wohnraum zu minimieren.
00:23:07: Dann kann die Person in einer Kleinen Wohnung leben und die Familie im großen Haus.
00:23:10: Dadurch schaffen sie natürlich nicht keinen neuen Anreiz noch mal mehr Wohnraum zubauen.
00:23:15: Das wäre zum Beispiel so eine Lösung.
00:23:17: Bei der Mobilität brauchen wir natürlich einen umfassenden Ausbau des ÖPNVs, das ist ganz klar und auch bei der Ernährung müssen wir mehr auf landsliche Produkte setzen als tierischen Konsum.
00:23:28: Okay Björn!
00:23:29: Wir sind jetzt gleich am Ende unseres Podcasts.
00:23:31: Wir verabschieden uns und ich möchte gerne heute noch irgendwie drei Sachen machen die meinen Ressourcenverbrauch nicht ganz so krass in den Höhe treiben lassen schießen lassen.
00:23:41: was könntest du mir heute mitgeben?
00:23:44: Also die drei Maßnahmen auch analog zu den drei Hauptsektoren sind.
00:23:47: natürlich bei der Ernährung erstmal versuchen weniger Fleisch zu essen.
00:23:52: Hab ich schon, ich bin Vegetarierin?
00:23:54: Sehr gut!
00:23:55: Dann einmal bei der Mobilität.
00:23:57: dass wir natürlich weg vom motorisierten Individualverkehr kommen also das wir mehr ÖPNV nutzen, dass sie vielleicht mehr Car-Sharing nutzen als ein eigenes Auto zu haben Das ist einer der größten Hebel.
00:24:08: dann beim Thema Wohnen ist natürlich sehr schwer umsetzbar, eine kleinere Wohnung zu ziehen.
00:24:15: Zu Spuren
00:24:15: in Berlin also nein!
00:24:16: Genau.
00:24:17: aber da kann man auch schauen welche Energieform nutzen wir für das Heizen?
00:24:21: Das ist zum Beispiel Gas, es ist klimaneutrale Energie die wir für des Heizen nutzen.
00:24:26: Das sind ungefähr die drei Punkte die du sofort mitnehmen kannst.
00:24:31: Okay,
00:24:31: die nehme ich jetzt mit sofort mit nach Hause und verteile sie dann bei jeder Hauspartie oder so was.
00:24:35: Sag' ich bist du mit dem Fahrrad hergekommen?
00:24:37: Es gibt nur ein vegetarisches Buffet!
00:24:39: Und guck mal auf eurer Heizung!
00:24:53: Cast oder eine Review.
00:25:02: Oder auch bei Spotify könnt ihr uns sehr, sehr gut bewerten!
00:25:04: Vielen, vielen Dank dafür und wir hören uns wieder in zwei Wochen bis dahin.
00:25:08: Tschüss!