Living Planet – Der WWF Podcast

Living Planet – Der WWF Podcast

Ein Podcast des WWF Deutschland zu Arten- und Naturschutz im 21. Jahrhundert.

Transkript

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00:00:00: Sprecher 1 Und dann kam die Mutter noch raus, kam so auf einen großen Ast, stand da und wir standen alle zusammen und haben alle dieses Orang Utan Weibchen angestarrt. Und sie starrte uns an und ging wieder weg. Zwei offensichtlich zu viel.

00:00:14: Sprecher 2 Bevor wir starten, habe ich ein kleines Geschenk für euch. Wir werden jetzt gemeinsam Waldbaden in drei, zwei, eins.

00:00:33: Sprecher 2 Ach, ist das nicht schön? Und das ist nicht irgendein Wald. Ein Wald in Borneo, Malaysia. Und dort leben unzählige Arten. Populationen. Pflanzen. Einfach ein Träumchen. Aber mit einem kleinen Problem. Hier trennen nämlich Pflanzen bestimmte Tiere, um genau zu werden. Die Ölpalme, die Oranutans. Was dahinter steckt und welche Lösungen es dafür gibt. Darüber reden wir heute bei Living Planet.

00:00:59: Sprecher 2 Der WWF Podcast Ich bin Eileen Wegner. Und hier bei mir Ilka Petersen Senior Referentin Nachhaltige Landnutzung und Agrar Lieferketten und ganz, ganz frisch aus unserem Projekt Gebiet in Borneo zurück. Hallo Ilka.

00:01:11: Sprecher 1 Hallo! Schön hier zu sein.

00:01:12: Sprecher 2 Schön, dass du wieder da bist. Wie geht's dir mit dem Jetlag?

00:01:16: Sprecher 1 Das Jetlag ist eigentlich schon wieder weg. Die Reise ist lang, aber es hat sich auf alle Fälle gelohnt.

00:01:21: Sprecher 2 Wie lange warst du da? Was? Was habt ihr da so gemacht? Jetzt mal ganz, ganz grob, bevor wir den Dieb Dive machen.

00:01:26: Sprecher 1 Also, ich war zwei Wochen grob in Sabah, oben im Norden von Borneo im malaysischen Teil und habe eine Woche im Büro in Kota Kina Barlow gearbeitet. Mit den Kolleginnen und die zweite Woche sind wir dann quasi ins Feld gefahren und haben unter anderem Orang Utans gesehen, Gibbons und auch ganz viele Bäume, die wir gepflanzt haben.

00:01:47: Sprecher 2 Ganz, ganz viele Bäume. Wie Wie sieht Borneo so aus? Also wie kann ich mir das landschaftlich so vorstellen, wenn du mal so eine Postkarte beschreiben müsstest.

00:01:55: Sprecher 1 Also gerade in Sabah haben wir den Vorteil, dass wir immer noch sehr, sehr viel Wald haben. 50 % der Fläche ist noch bewaldet, aber wir haben auch sehr viele Ölpalmen. Gerade wenn man in den Osten rüber fährt oder fliegt, sieht man tatsächlich sehr viel in Reih und Glied Ölpalmen stehen. Und das ist auch eines der großen Probleme. Die Ölpalmen trennen die Wälder voneinander und damit hindern sie auch Populationen von Orang Utans, von einem Wald in den anderen zu kommen.

00:02:24: Sprecher 2 Okay, es hat uns gleich schon direkt mit reingenommen. Wir bleiben noch mal einen Schritt zurück. Gehen wir mal zurück auf die auf die Landschaft. Also wir haben ganz, ganz viel Grün dort. Wie ist das? Ist es eher städtisch? Sind da keine Dörfer dazwischen oder haben wir wirklich nur Natur?

00:02:37: Sprecher 1 Nein, wir haben natürlich immer beides, Aber wir haben schon sehr viel Natur und wir haben dann eher so die Dörfer und die Städte haben wir oft eher so an den Küsten, weil es da natürlich auch sehr schön ist. Und wir haben aber auch kleine Dörfer zwischendrin und natürlich auch Infrastruktur, das heißt Straßen und ja, auch eben Produktion von der Industrie.

00:02:57: Sprecher 2 Was ist da so? Das typische Fortbewegungsmittel ist es eher gibt es da öffentliche Verkehrsmittel, Wie schaut das aus?

00:03:03: Sprecher 1 Also tatsächlich gibt es schon auch Busse, die von A nach B fahren. Viele haben ein eigenes Auto, mit dem sie fahren. Und es wird tatsächlich auch relativ viel geflogen, weil die Straßen. Es dauert dann schon eine ganze Weile, wenn man von A nach B kommen will. Und es gibt auch Straßen, die. Also wenn man zum Beispiel in die Schutzgebiete will, dann fährt man schon wirklich sehr lange über Schotterpisten.

00:03:26: Sprecher 1 Deswegen haben wir auch eher größere Autos. Und am Anfang denke ich mir manchmal so brauchen wir das wirklich. Und dann sitzt man eine Stunde in diesem Auto und wird durchgerüttelt und denkt Ja, wir brauchen es auf jeden Fall.

00:03:39: Sprecher 2 Wie seid ihr denn da hingekommen? Von hier aus, von Deutschland aus?

00:03:42: Sprecher 1 Also von Deutschland aus sind wir natürlich geflogen. Ja, gut. Okay.

00:03:45: Sprecher 2 Ich spring mal rüber.

00:03:47: Sprecher 1 Also man, man fliegt wie gesagt in die. In die Hauptstadt. Quasi nach Cutter kena Baloo. Von da geht man dann noch mal mit einem Flieger nach LA dato und von da geht es dann weiter mit dem Auto. Also wir sind dann quasi von LA dato, einem kleineren Ort, immer in die verschiedenen Schutzgebiete gefahren oder eben auf die Plantagen und zu den Gemeinden.

00:04:06: Sprecher 1 Das sind dann immer so eineinhalb Stunden, manchmal auch zwei. Je nachdem ein Teil gute Straße und dann kommt die Schotterpiste.

00:04:13: Sprecher 2 Einmal durchgerüttelt ist dann auch nicht schlafen im Auto angesagt.

00:04:16: Sprecher 1 Man kann auch nicht trinken, weil man sich dann die Zähne aufschlägt.

00:04:19: Sprecher 2 Bis zum Strohhalm geht am besten bisschen dran nuckeln oder sowas. War wahrscheinlich warm oder? Es war sehr, sehr, sehr heiß.

00:04:26: Sprecher 1 Tatsächlich. Wir haben im Moment El Nino, das heißt, es ist noch mal heißer, als es normalerweise ist. 36 38 Grad und je nachdem, wo man ist, ist man tatsächlich die ganze Zeit schweißgebadet und man merkt schon den Unterschied. Auch die Kolleginnen sagen, man merkt, im indonesischen Teil von Borneo gibt es gerade sehr viele Brände und das sieht man auch.

00:04:51: Sprecher 1 Diesen Dunst und Nebel dann im Norden, im malaysischen Teil, da sind schon Schulen zugemacht worden und das macht alles auch noch mal drückender.

00:04:58: Sprecher 2 Vielleicht zwei Worte zu. El Nino Nino Ist es ein Klima Phänomen, das immer wieder kommt und dafür sorgt, dass es in bestimmten Orten der Welt in Anführungszeichen aktuell wärmer wird. Und dazu gehört anscheinend Borneo. Auch Du nimmst ganz heftig. Ja, es war sehr warm. Auf jeden Fall. So, wir haben ja gerade schon unsere großen Protagonisten des heutigen Podcasts genannt, die Orang Utans und die Ölpalme.

00:05:19: Sprecher 2 Lass uns erst zu den Orang Utans rübergehen. Ich glaube, wir haben alle ungefähr ein Bild, hoffe ich. Orang Utan. Was sind aber auch Orang Utans? Wie kann man sie charakterisieren?

00:05:29: Sprecher 1 Also Orang Utan sind gerade der Borneo Orang Utan ist eben endemisch für diese Insel. Das heißt, es gibt ihn wirklich nur dort. Er ist orangerot bis braun. Er lebt nicht in Gruppen zusammen, so wie viele andere Menschenaffen, sondern sie leben eher einzeln. Leider sind sie vom Aussterben bedroht. Und auch auf der Insel Borneo leben sie quasi in so einzelnen, in einzelnen, voneinander getrennten Gebieten.

00:05:52: Sprecher 1 Leider. Das heißt, dadurch, dass der Lebensraum eben fragmentiert wurde, sind auch die einzelnen Populationen voneinander getrennt. Sie sind natürlich das Symbol für Indonesien und Malaysia, was sehr Besonderes ist, auch sehr besonders Orang Utans zu sehen Auf Malaiisch heißt Orang Utan Menschen des Waldes oder Waldmenschen. Und das sind sie ja auch. Sie leben da und habe da haben da auch schon vor uns gelebt.

00:06:19: Sprecher 2 Wie sieht denn so ein typisches Leben eines Orang Utans dort aus?

00:06:23: Sprecher 1 Also die Orange ans Leben, eigentlich die ganze Zeit in den Bäumen sehr, sehr weit oben. Sie sind jetzt nicht die Schnellsten. Also wir haben unter anderem auch Gibbons gesehen. Die bewegen sich sehr schnell hin und her zwischen den Bäumen.

00:06:38: Sprecher 2 Sind auch kleiner.

00:06:39: Sprecher 1 Genau, die sind um einiges kleiner. Orang sind schon ziemlich groß. Also so ein Männchen kann bis zu einem Meter groß werden und kann, wenn es wirklich ausgewachsen und älter ist, bis zu 100 Kilo wiegen.

00:06:50: Sprecher 2 Oha.

00:06:51: Sprecher 1 Also das ist schon beeindruckend.

00:06:52: Sprecher 2 Eine Masse.

00:06:53: Sprecher 1 Auf jeden Fall. Da ist man dann auch ganz froh, dass er oben auf dem Baum sitzt und nicht neben einem steht. Genau. Sie verbringen die meiste Zeit Ihres Lebens eben in den Bäumen. Können theoretisch auch mal nach unten kommen, gerade wenn eben sozusagen die Bäume nicht eng genug sind und sie sich nicht von einem zum anderen hangeln können, dann müssen sie auch mal über den Boden.

00:07:12: Sprecher 1 Aber das machen sie sehr ungerne und sie gehen zum Beispiel auch nicht. Also sie schwimmen nicht. Das heißt, so ein Fluss ist auch ein Hindernis für sie, um von A nach B zu kommen. Deswegen gibt es manchmal auch Brücken, die über die Flüsse gehen. Aber grundsätzlich leben sie allein, die Mütter, ein bisschen länger mit ihren Jungen zusammen. Wir haben da schon verraten Wir haben einen gesehen.

00:07:32: Sprecher 2 Ja, ja, okay, zwei haben wir gesehen.

00:07:35: Sprecher 1 Also, wir haben. Wir waren mit dem Orang Utan Team unterwegs und einer aus dem Team hat tatsächlich den ganzen Vormittag schon für uns gesucht. Ehrlicherweise schon den zweiten Tag. War schon ein bisschen verzweifelt, weil er keine gefunden hat. Wo wir natürlich immer sagen, es ist ein sehr gutes Zeichen. Das heißt, der Lebensraum ist groß genug, dass sie sich quasi verstecken können oder sie eben nicht überall zu finden sind.

00:07:58: Sprecher 1 Und dann haben wir aber ganz am Ende des Tages doch noch einen gefunden, und zwar ein junges Weibchen, das oben im Baum war, sich ganz kurz mal versteckt hat, als wir wieder mit den Autos ankamen, weil sie war tatsächlich an einer Kreuzung, wo wir schon ein paar Mal daran vorbeigefahren waren. Wir waren auch eineinhalb Stunden mitten im Wald und sind da durchgelaufen.

00:08:18: Sprecher 1 Da haben wir nichts gefunden. Und dann haben wir sie ganz am Schluss, da eben an der Kreuzung gefunden und haben sie bestimmt eine Stunde eineinhalb beobachtet. Es war super spannend. Sie ist da irgendwie durch den durch den Baum geturnt und hat irgendwie ein paar Blätter gefressen und irgendwelche Früchte gesammelt. Und dann sagten die Kollegin gleich Das ist eben junges Weibchen, ist so Teenageralter und das irgendwo in der Nähe mit Sicherheit noch die Mutter ist.

00:08:42: Sprecher 1 Und dann hörten wir sie auch irgendwann und dann kam die Mutter noch raus.

00:08:47: Sprecher 2 Oh mein Gott.

00:08:47: Sprecher 1 Und kam so auf einem großen Ast, stand da und wir standen alle zusammen. Wir waren glaube ich sechs sieben Leute. Ja, und haben alle dieses Orang Utan Weibchen angestarrt. Sie starrte uns an und ging wieder weg. Es war ja offensichtlich zu viel. Was guckte mich alle an und ging wieder weg, blieb aber in der Nähe, weil sie natürlich geguckt hat, ob ihr Teenagermädchen klarkommt.

00:09:09: Sprecher 1 Das heißt zwar ging dann auch so, war schon später Nachmittag und dann ist die Frage baut sie sich Nest oder muss Mutti ihr. Also kommt sie ins Nest zur Mutter, weil Orange sich jeden Abend ein neues Nest bauen oben in der Baumkrone?

00:09:25: Sprecher 2 Okay, das heißt, wenn man selbst wenn man einmal was gefunden hat, kann man nicht davon ausgehen, dass sie zurückkehren. Oder nutzen die auch Nester von anderen?

00:09:32: Sprecher 1 Also sie können es auch mal wieder benutzen, aber normalerweise bauen sie sich jeden Abend Neues. Wir haben tatsächlich am nächsten Tag, da waren wir leider schon nicht mehr dabei. Aber die Kollegen haben am nächsten Tag ein Männchen dabei beobachtet, wie es ein Nest gebaut hat und es auch filmen können. Zum ersten Mal. Das ist wirklich wahnsinnig toll. Es ist der Sitz einfach oben im Baum und nimmt so die ganzen Äste und faltet die zusammen und setzt sich drauf.

00:09:55: Sprecher 1 Und dann, nach fünf Minuten ist sein Nest fertig dafür.

00:09:58: Sprecher 2 Wie nun das Bett gebaut? Was? Was geht in einem vor, wenn man plötzlich Ich meine, du sagst es ja gerade den zweiten Tag dort unterwegs hat was gesehen und dann plötzlich sind sie da und dann auch noch so ein Schauspiel mit zweien und.

00:10:10: Sprecher 1 Es ist total toll. Es ist was Besonderes. Klar, man sagt sich natürlich Ja, wenn wir keinen sehen, Es ist halt hier eben die Wildnis. Man kann nichts versprechen und so, aber wenn man sie dann sieht, ist es natürlich. Es ist was super Besonderes. Also es gibt natürlich auch Auffangstationen, da weiß man, dass man sie sieht. Aber wenn man halt im Wald unterwegs ist, ja, es ist halt wie ein Lottogewinn.

00:10:31: Sprecher 2 Unfassbar. Oh Gott, ich habe grade Gänsehaut. Es ist so schön, es ist so schön. Ich freue mich total. Auf jeden Fall für dich. So, also ihr habt Mutter und Tochter gesehen, Also Teenager, Tochter, die sich zusammen das Nest gebaut haben. Ich verstehe das total. Man kennt das ja. Egal was man macht mit Tier Sichtungen oder sowas. Ja, man weiß es.

00:10:50: Sprecher 2 Kann sein, dass es nicht ist, aber wenn es dann dazu kommt, dann freut man sich viel, viel, viel mehr, diese Tiere zu sehen. Vor allem in ihrem natürlichen Lebensraum. Okay, du hast es ganze Zeit schon so ein bisschen vorweggenommen und zwar diese zerstückelten Lebensräume. Es gibt nicht mehr nur das eine große Gebiet, in dem sie wohnen, sondern du hast schon gesagt, es ist alles ein bisschen fragmentiert.

00:11:11: Sprecher 2 Was ist da passiert?

00:11:13: Sprecher 1 Naja, der Mensch ist dazwischen gekommen.

00:11:16: Sprecher 2 Okay, wir.

00:11:17: Sprecher 1 Wir waren es. Ja, Ja. Der Mensch ist dazwischen gekommen und es gibt verschiedene Gründe, warum die Lebensräume fragmentiert sind. Also wie gesagt, das Gute ist, gerade in Saba 50 % oder ein bisschen über 50 % des Waldes sind noch da. Das ist schon etwas sehr Besonderes. Das haben wir in Deutschland nicht, dass wir noch 50 % Wald haben zum Beispiel. Das vergisst man halt schnell, wenn man in so einer ÖlPalmPlantage steht.

00:11:38: Sprecher 1 Und das ist die Antwort darauf. Also eine ein großer Grund für die Fragmentierung sind ist natürlich die Landwirtschaft, die Öl Palme. Aber es können auch andere Sachen sein, die eben angebaut werden. Aber die Ölpalme ist ein großer wirtschaftlicher Faktor auf Borneo und auch in Sabah. Das heißt, ich habe eine Monokulturen, Öl beim Plantagen, die sich über große, wirklich große Flächen, also zum Teil sind Hektar Hektar so PI mal Daumen ein Fußballfeld erstrecken.

00:12:06: Sprecher 1 Und es sind zwar Palmen, das heißt es ist auch alles ziemlich grün. Ja, aber sie reichen halt nicht aus, damit Orang Utans sich dort länger aufhalten können. Sie finden nicht genug Nahrung und sie können sich eben nicht von A nach B bewegen, weil es nicht die richtigen Bäume sind. Und deswegen ist das ein Teil, was die Lebensräume zerstückelt.

00:12:27: Sprecher 1 Dazu kommen dann noch eben Straßen oder Dörfer. Also Orang Utan sind eigentlich scheu. Also in der Wildnis würden sie jetzt nicht unbedingt in der Nähe von Menschen sein, wenn sie es nicht müssen. Kann auch sein, wenn man ihnen aus Versehen zu nahe kommt. Dass sie mit Sachen nach einem werfen habe ich auch schon mal gehabt. Wurde mit Mangos nach mir geworfen, weil na ja, wir waren am Kinn.

00:12:50: Sprecher 1 Aber Tanga, das ist ein Fluss, der ist auch in Sabah und da ist halt rechts und links auch wiederhergestellte Fläche. ja jetzt nicht. Und dahinter ist dann auch Plantagen und das ist halt relativ schmal. Das heißt, da triffst du schon mal schneller irgendwie wilde Tiere, weil die haben halt nur diesen schmalen Korridor und da waren eben, wir gingen da lang, aber die Orang saßen oben auf dem Baum und fanden, dass wir zu nah sind.

00:13:18: Sprecher 1 Und wir haben natürlich hoch geguckt und waren leise. Aber sie fanden, wir waren zu nah und haben mit Mangos nach uns geworfen.

00:13:26: Sprecher 3 Oh mein Gott.

00:13:29: Sprecher 1 Also kann schon mal passieren.

00:13:31: Sprecher 2 Okay, aber ihr seid gut rausgekommen. Das freut mich. Gut. Springen wir wieder zurück zu Öl. Aber die Geschichte wollte ich jetzt hören. Also doch. Hat ein Tier was nach mir geworfen? Okay, also diese Ölplantage. Wofür ist in Palm Öl gut? Vielleicht sollen wir das mal kurz klären, Weil man braucht ja auch nur etwas, an was man nützlich ist.

00:13:48: Sprecher 1 Genau. Palmöl ist ein pflanzliches Fett, das sehr viel genutzt wird auf der ganzen Welt. Über 70 Millionen Tonnen weltweit werden konsumiert. In Asien wird es in erster Linie zum Kochen, Frittieren, Backen genommen. Bei uns ist es in sehr vielen, fast allen weiter verarbeiteten Lebensmitteln oder in Margarine. Wir alle wissen, kennen den Schokoladenaufstrich, wo es drin ist. Also eigentlich so PI mal Daumen alles was süß und fertig ist.

00:14:14: Sprecher 1 Da ist sehr oft Palmöl drin oder alles, was weiterverarbeitet ist und dann fertig. Suppe zum Beispiel. Aber auch im Deo, im Waschmittel, in Creme, in allen möglichen. Es ist ziemlich schwer, es zu umgehen. Es ist sehr effektiv auf der Fläche. Deswegen sagen wir kein Palmöl ist auch keine Lösung, weil wenn wir kein Palmöl anbauen oder dann müsste es halt irgendwas anderes sein.

00:14:36: Sprecher 1 Und dann ist die Frage was? Und Funfact Kokos ist auch nicht so viel besser.

00:14:43: Sprecher 2 Okay, aber das ist. Das besprechen wir noch mal anders. Wir gehen immer zurück in den Anbau. Also anscheinend wächst das ja dann auf Borneo. Sehr, sehr gut. Diese diese Palmöl Palme, so herum die Ölpalme. Und sie wurde dann sehr in kleineren Flächen aufgebaut, so dass der Wald fragmentiert worden ist. Habe ich das jetzt so richtig erfasst?

00:15:00: Sprecher 1 Genau. Die Ölpalme wächst rund um den Äquator sehr gut, das heißt auf Borneo auch sehr gut. Ist eher relativ großflächig angebaut worden. In Sabah schon so in den 90er Jahren. Das heißt, die Flächen sind schon vor sehr langer Zeit umgewandelt worden und werden jetzt zu einem großen Teil wieder neu bepflanzt. Also die gleiche Fläche wieder mit neuen Ölpalmen.

00:15:22: Sprecher 1 Die werden theoretisch bis zu 100 Jahre alt, aber nach 25, 30 Jahren sind sie nicht werden sie sehr hoch. Das heißt, ich kann sie kaum noch ernten und nicht mehr so ertragreich. Deswegen werden sie neu gepflanzt. Und diese Zeit nutzen wir oft. Also der WWF vor Ort, um mit den Palmölplantagen in Kontakt zu treten, zu sagen Hey, guckt mal, diese Fläche hier, die trennt zwei Schutzgebiete voneinander, also zwei Waldflächen, und hier geht ein Fluss lang und den dürft ihr laut nationalem Gesetz oder wenn ihr zertifiziertes Palmöl haben wollt, irgendwann mal sowieso nicht bepflanzen.

00:15:59: Sprecher 1 Das heißt, gebt uns doch diese Fläche, damit wir da wieder renaturieren können, weit anpflanzen können und damit einen Korridor schaffen für zum Beispiel Orang Utans oder Gibbons und andere Arten. Und das funktioniert zum Teil ganz gut und das machen wir auch in Sabah. Also das war ist ein Teil des Projektes, das ich da gerade besucht habe, jetzt die zwei Wochen und ist halt ein wichtiger Faktor, um quasi der Natur wieder ein Stück zurückzugeben.

00:16:27: Sprecher 2 Zumindest dann erklär mal genau was was jetzt ein Korridor ist. Für alle, die es noch nicht mal gehört haben. Weil wenn wir uns erst mal so hört bitte, was soll das jetzt genau sein?

00:16:36: Sprecher 1 Genau. Also wir haben zum Beispiel in dem Projekt zwei Schutzgebiete, ein sehr großes, das Taping Schutzgebiet und ein Stück weiter im Süden ist ein anderes Schutzgebiet kann und in Tar in leben so um die 1200 Orang Utans auf einer sehr großen Fläche. Das heißt, die haben genug Platz und Raum unten im Süden, in dem anderen Schutzgebiet, leben so um die 50 Orang Utans Das Beide Schutzgebiete sind umgeben von Öl, Palmplantagen, das heißt es sind so zwei kleine bzw große Waldinseln.

00:17:07: Sprecher 1 Und diese 50 Orang Utans können halt nur wohin und haben nicht so viel Fläche, dass wenn sie sich quasi weiter reproduzieren wird es irgendwann zu wenig.

00:17:16: Sprecher 2 Wird auch irgendwann das Problem, dass die genetische Vielfalt nicht mehr so da ist.

00:17:19: Sprecher 1 Genau, genau. Sie werden irgendwann nicht mehr genug Nahrung. Und genau die genetische Vielfalt ist nicht mehr da. Und deswegen schaffen wir einen Korridor entlang eines Flusses, um diese zwei Schutzgebiete miteinander zu verbinden. Und da ist es genauso, wie ich gerade gesagt habe, dass die Fläche dazwischen gehört, einer einer Palmplantage. Und die wollen sich zertifizieren lassen. Nach einem, nach dem, nach dem STANDARD, nach dem Po.

00:17:42: Sprecher 1 Und dann dürfen sie sowieso rechts und links von einem großen Fluss nicht pflanzen. Also keine Ölpalmen pflanzen zum Schutz des auch des Wassers, der Wasserqualität und müssen eine Pufferzone errichten. Und wir haben quasi diese Zeit des wieder neu Anpflanzen der gesamten Plantage genutzt und gesagt Hey, gebt uns diese Fläche und wir wir renaturieren die, damit eben diese zwei Schutzgebiete wieder miteinander verbunden sind.

00:18:06: Sprecher 1 Das heißt, was wir da machen, ist, wir pflanzen Bäume, natürliche Bäume, also verschiedene Arten. Einige, die halt sehr schnell wachsen als Pioniere, damit erst mal Schatten da ist. Und in diesem Schatten können dann andere, andere Bäume quasi nachwachsen. Und dann achten wir natürlich darauf, dass auch Bäume gepflanzt werden, die zum Beispiel Nahrung für Orang Utans liefern. Also zum Beispiel pflanzen wir Feigenbäume.

00:18:30: Sprecher 1 Ja, die wachsen halt nicht ganz so schnell, aber sie sind halt wichtig für die Orang Utans. Und das machen wir. Der Korridor ist insgesamt drei, drei Kilometer lang und es sind 50 Meter rechts und links vom Fluss. Und das machen wir quasi die ganze Fläche lang. Das dauert leider länger, als man denkt.

00:18:45: Sprecher 2 Genau. Wie kann man. Wie lange dauert das denn? Also man fängt an im Jahre null.

00:18:50: Sprecher 1 Wir haben also das Projekt hat angefangen im Jahre 2020. Einige erinnern sich noch, es war gerade Covid.

00:18:58: Sprecher 2 Ja, genau.

00:18:59: Sprecher 1 Das heißt, wir haben erstmal zwei Jahre gar nicht so viel machen können. Leider. Das heißt, wir haben angefangen mit Pflanzungen dort in 2022. Also das erste eigentlich ist, wenn man so ein Korridor oder überlegt, wo möchte man, wo braucht man einen Korridor ist erst mal man muss wissen, wo leben Orang Utans und wie viele, wie viele sind es und und wo kann ich was verbinden?

00:19:19: Sprecher 1 Dann ist die Frage Wem gehört denn eigentlich das Land? Und ist das Land dafür geeignet, dass ich da wieder natürlich im Wald wiederherstellen, das heißt anpflanzen kann? Das Problem ist manchmal, dass die Flächen total steil sind. Dann habe ich ein Problem, dass es John gibt. Wer kann da hingehen und pflanzen? Also es ist nicht immer ganz so einfach, oder es ist direkt.

00:19:40: Sprecher 1 Wenn der Fluss immer wieder zu Überschwemmungen neigt, dann werden auch auf die Setzlinge weggeschwemmt. Das heißt, es ist nicht immer so einfach zu sagen da brauche ich den Korridor und da kann ich ihn auch wirklich machen. Wir haben natürlich auch nicht unbegrenzt Geld, das heißt, wir müssen auch genau abwägen, wo macht es Sinn und wo ist es so, so effektiv von den Kosten her, dass wir es auch wirklich realisieren können?

00:20:03: Sprecher 1 Dann brauchen wir den Landbesitzer, der und sagt Okay, ich gebe euch das Land oder ich stelle das Land zur Verfügung dafür. Das hat diese der der Palmölproduzent gemacht, weil er eben auch zertifiziert werden will und dann wird gepflanzt. Also erstmal müssen die Ölpalme raus, ja dann wird gepflanzt und damit ist leider noch nicht der Großteil der Arbeit getan, sondern dann geht es darum, dafür zu sorgen, dass die Bäume auch überleben.

00:20:28: Sprecher 1 Ja, und das sind so 3 bis 5 Jahre, in denen die Kolleginnen oder eben Arbeiterinnen immer wieder hingehen, alle vier, drei Monate, manchmal auch alle zwei Wochen, um nach den Setzlingen zu gucken, zu gucken Haben sie überlebt? Es gibt. In den Ölpalmplantagen wird so eine Kriechpflanze genutzt, um den Boden zu bedecken, was eigentlich gut ist. Leider ist also Mokuna heißt es.

00:20:55: Sprecher 1 Leider ist das exotisch und invasiv.

00:20:58: Sprecher 2 Das.

00:20:58: Sprecher 1 Heißt es kommt eigentlich nicht von dort und breitet sich sehr schnell aus und braucht das Licht genauso wie unsere Bäume. Überwuchert in kürzester Zeit innerhalb von zwei Wochen jeden kleinen Setzling. Das heißt, wir haben jetzt festgestellt, wir müssen nicht nur alle vier Wochen, sondern alle zwei Wochen in einigen Flächen hin, weil sonst unsere Bäume tot sind. Das heißt, es ist sehr viel Arbeit zu gucken, dass die Bäume wirklich auch überleben.

00:21:21: Sprecher 1 Das dauert so 3 bis 5 Jahre und dann müssen die Tiere noch mitspielen und auch dann irgendwann kommen. Das kann manchmal schnell gehen und manchmal dauert es aber auch ein Jahrzehnt oder länger. Also wir haben den Korridor, wie gesagt, den einen angefangen 2022 die ersten Setzlinge zu oder die ersten Bäume zu pflanzen. Wir haben anderen kleinen Korridor der, der an einer anderen Stelle die Schutzgebiete verbindet von so sieben Hektar gepflanzt, der ist schon so, der sieht schon echt ganz gut aus.

00:21:50: Sprecher 1 Da war ich tatsächlich das erste Mal selber vor Ort.

00:21:53: Sprecher 2 Das war.

00:21:54: Sprecher 1 Sehr beeindruckend, das dann zu sehen. Aber in beiden haben wir jetzt zum Beispiel noch keine Orang Utans gesehen, weil in dem in dem längeren der drei Kilometer, da fehlen noch ein paar Ecken sind. Da sind die Bäume leider abgestorben, unter anderem wegen Mokuna, aber auch jetzt noch mal wegen El Nino. Sind tatsächlich einige, weil es so heiß ist und zu wenig geregnet hat eingegangen.

00:22:14: Sprecher 1 Das heißt, da fehlt einfach auch noch mal eine Ecke. Wir haben schon ein paar andere Tiere gesehen, aber eben noch keine Orang Utans, das heißt, da wird es noch ein bisschen dauern. Wie lange, wissen wir nicht.

00:22:23: Sprecher 2 Jetzt hast du mir die Frage vorweggenommen. Das wäre genau. Also weil eben, das muss ja alles wachsen. Also was ist? Kann man es so ein bisschen abschätzen, dass man vielleicht hofft, vielleicht in zehn Jahren, 15 Jahren oder in 50 Jahren, dass es so dicht ist, dass ich da.

00:22:37: Sprecher 4 Na ja, also ich.

00:22:38: Sprecher 1 Hoffe schon, dass es keine 50 Jahre dauert. Also so lange dauert es eigentlich nicht. Einige Stellen sind schon so dicht, dass es gehen würde.

00:22:47: Sprecher 4 Also zehn Jahre.

00:22:47: Sprecher 1 Also ich würde hoffen, dass noch mal fünf Jahre von jetzt und das Projekt wurde zum Glück noch mal fünf Jahre verlängert. Das heißt, wir können es die nächsten Jahre noch mal weiter um die unsere Setzlinge kümmern, dass es dann schon sehr, sehr viel besser aussieht und es ist noch mal sehr viel dichter ist. Am Anfang denkt man tatsächlich manchmal, wenn man dann die Bilder sieht, denkt man so, warum haben die jetzt so viel Platz zwischen den einzelnen Bäumen gelassen?

00:23:09: Sprecher 2 Ja.

00:23:10: Sprecher 1 Und dann kommt man so zwei, drei Jahre später wieder hin und denkt so okay, ich habe es kapiert. Es ist so ein bisschen, wie wenn jemand einen Garten hat. Man pflanzt manchmal sehr dicht, weil man denkt Ja, ich will ja ganz viel haben, es soll alles ganz toll und dicht sein, aber die Bäume wachsen halt echt sehr schnell und werden dann auch sehr dicht.

00:23:26: Sprecher 1 Und die würden halt einfach nicht überleben, wenn sie noch dichter stehen. Das heißt, das wissen die Kolleginnen natürlich besser. Als ich dann dahin kommen denkt, das sind ganz schön große Abstände. Und zwei Jahre später denke ich. Oh ja, ich verstehe den Abstand jetzt.

00:23:38: Sprecher 2 Okay, also neben den Abstand der Pflanzen, was hat sich da noch so verändert zu deinem letzten Besuch? Zu diesem Mal?

00:23:43: Sprecher 1 Die sind einfach wahnsinnig gewachsen. Also das ist schon auch. Es ist sehr emotional Orang Utan zu sehen, oder Gibbons. Aber es war auch wirklich emotional in diesem Korridor zu stehen. Ich habe das erste Mal 2022 einen Baum gepflanzt und der ist einfach unglaublich groß geworden.

00:24:05: Sprecher 2 Den hast du jetzt wieder gesehen.

00:24:06: Sprecher 1 Den habe ich jetzt wieder gesehen, weil die Kollegin natürlich also das Monitoring auch machen. Also Sie kümmern sich nicht nur darum, dass diese Schlingpflanzen nicht unsere Setzlinge umbringen, sondern die machen eben auch das Monitoring. Die wissen dann auch, welcher Baum wo steht, die wissen auf welche eingegangen sind und dann müssen sie dann pflanzen Sie nach. Meiner ist nicht eingegangen, Meine hat überlebt und ist.

00:24:24: Sprecher 2 Sehr wirklich.

00:24:26: Sprecher 1 Wirklich sehr cool und ist sehr sehr groß geworden. Also das ist schon so, dass man denkt so krass. Es sind jetzt irgendwie vier Jahre und keine Ahnung wie hoch der war. 10 Meter würde ich jetzt schätzen.

00:24:36: Sprecher 2 Oha.

00:24:37: Sprecher 1 Waren es auch nur acht? Vielleicht übertreibe ich.

00:24:38: Sprecher 2 Ja gut, die 2 Meter seien dir geschenkt. Auf jeden Fall.

00:24:42: Sprecher 1 Genau. Und dann habe ich vor zwei Jahren auch noch einen anderen Baum gepflanzt und der ist auch sehr groß geworden. Also ich habe mich dann eben gestellt, dass mindestens 4,5 Meter ja, und ich durfte noch mal einen pflanzen, der vielleicht nicht überlebt, weil gerade ein Nino ist und es zu heiß ist. Aber ich habe ihn trotzdem gepflanzt. Vielleicht überlebt.

00:25:00: Sprecher 2 Ja. Wir drücken dir die Daumen. Was ich mich jetzt gerade noch frage. Gut. Korridor ist jetzt noch nicht ganz da, wo er sein sollte. Wie schafft man das denn? Den? Den Oranutans. Das? Also, dass sie da durchgehen. Also man kann ja nicht sagen, Hey, wir haben ja einen Korridor gebaut, damit du deine Verwandten da hinten besuchen kannst.

00:25:18: Sprecher 1 Nee, aber man macht es ihnen möglichst attraktiv, indem man eben die richtigen Bäume pflanzt und dafür sorgt, dass irgendwie halt die die Bäume dicht genug sind, dass sie sich da wohlfühlen. Und dann kommen sie eigentlich von alleine. Also hofft man dann zumindest, also wenn sie halt. Also ein Ziel ist natürlich auch, dass die die Bäume, die wir pflanzen, Früchte tragen.

00:25:37: Sprecher 1 Und das ist bei einigen auch schon so in diesem kleineren Korridor, der nur der nur sieben Hektar hat, also nur sieben Fußballfelder groß ist.

00:25:45: Sprecher 2 Mein Garten.

00:25:45: Sprecher 1 Genau da sind schon die. Also die ersten Feigenbäume haben schon Früchte. Das hat wie auch cool das dann zu sehen und dass das wissen die halt und dann kommen sie auch rein, weil sie halt, wir wollen ja die Feigen fressen, das machen die dann von alleine, Das muss man ihnen nicht unbedingt sagen. Und das sehen wir dann, oder?

00:26:02: Sprecher 1 Das sehen die Kolleginnen, weil wir regelmäßig Kamerafeilen aufstellen in den Korridoren, also auch in den Schutzgebieten, aber eben auch in den Korridoren. Und dann sehen wir halt, ist dann Orange drin, also in der Falle, also nicht in der Falle, sondern.

00:26:14: Sprecher 2 Wurde fotografiert.

00:26:15: Sprecher 1 Wurde fotografiert oder nicht? Hatten wir schon in einem Jungen auch das durchgelaufen ist, aber jetzt leider noch kein Orang Utan.

00:26:23: Sprecher 2 Okay, du hattest ja vorhin auch was gesagt von Orang Utan Teams, die mit da unterwegs sind. Was Was machen die genau? Machen die dieses dieses Monitoring oder was ist genau deren Aufgabe dort in dem Gebiet?

00:26:34: Sprecher 1 Genau. Also wir haben eine Kollegin, die Donna, die ist quasi. Die leitet das gesamte Orang Utan Team. Die macht tatsächlich auch viel Arbeit im Büro, aber ist auch immer mal wieder im Feld und macht auch eine Doktorarbeit dazu. Die ermitteln unter anderem zum Beispiel machen sie regelmäßig, also alle paar Jahre. Man macht das nicht ständig. Ermitteln sie, wie die Populationen, also wie hoch die Population ist.

00:26:59: Sprecher 1 Und man zählt dann tatsächlich nicht die Orange selber, weil die halt sehr schwer zu finden sind.

00:27:03: Sprecher 2 1234.

00:27:05: Sprecher 1 Also wie gesagt, wir waren zwei Tage unterwegs um um zwei zu finden, ja, sondern die zählen dann die Nester. Also man sie hat das irgendwie ganz nett beschrieben. Sie hat gesagt na ja, das ist schon auch echt schwierig. Sie versuchen das jetzt auch mit KI zu machen. Also sie haben auch Drohnen, mit denen sie dann über das Blätterdach quasi fliegen.

00:27:23: Sprecher 1 Aber wie gesagt, es ist so wie ein einfarbiges Puzzle. Man versucht verschiedene Grüntöne voneinander zu unterscheiden und zusammenzusetzen. Also es ist schon echt echt schwierig. Ja, also im Schutzgebiet, wo der Wald dann auch wirklich sehr dicht ist, ist das schon auch nicht so einfach, dann oben im Baum das Nest zu sehen, aber so, dass zum Beispiel machen sie, dass sie zählen, wie viele orange sind und vor allen Dingen, wo sind sie?

00:27:48: Sprecher 1 Aufgrund dieser Zählungen können Sie dann sagen wo bräuchten wir einen Korridor zum Beispiel. Und dann machen Sie natürlich auch das Monitoring mit Kamera Fallen, die Sie regelmäßig aufstellen, zum Beispiel in den Korridoren oder in den Schutzgebieten. Sie arbeiten auch mit Gemeinden zusammen oder mit Plantagen, also nicht nur Palmöl, sondern auch zum Beispiel Holz Plantagen, weil da natürlich auch immer mal Orangen gesichtet werden und klären darüber auf, wie man sich verhält, wenn man einsieht, dass man sich möglichst ruhig verhält, dass sie jetzt nicht gefährlich sind, aber zum Beispiel Wir machen jetzt keine Auffangstationen, aber die gibt es auch auf Saba.

00:28:26: Sprecher 1 Es gibt auch Auswilderung sprogramme für Orang Utans, und die verhalten sich zum Beispiel ein bisschen anders als die in der Wildnis aufgewachsenen. Und deswegen ist es auch wichtig, zum Beispiel mit Arbeitern auf den Farmen zu sprechen, damit sie wissen, wie sie sich verhalten. Weil so ein Orang, der halt Menschen gewohnt ist, kommt dann auch schon mal ein bisschen näher und.

00:28:46: Sprecher 2 Die sind dann zutraulicher. Die sind.

00:28:47: Sprecher 1 Dann viel genauer. Sie sind dann viel zutraulicher und 100 Kilo will man nicht unbedingt direkt neben sich stehen haben. Also so, da machen sie zum Beispiel auch Aufklärung.

00:28:56: Sprecher 2 Was ich mir vorstellen kann Da wo seltene Tiere leben, gibt es auch Wilderei. Fragezeichen. Wie groß ist das Problem? Oder ist es überhaupt dort existent?

00:29:06: Sprecher 1 Es gibt natürlich Will derei, aber jetzt nicht bei Orang Utans. Also die stehen auch in dem Land unter Schutz und werden jetzt also normalerweise nicht gejagt und nicht gewildert. Was passiert ist schon, dass Fallen aufgestellt werden für andere Tiere, also für Schweine oder zum Beispiel Rinder. Und wir arbeiten in dem Projekt auch zu Band. Das ist eine wilde Rinderart, das heißt auch die können dann mal eine illegalerweise gejagt werden, obwohl auch sie vom Aussterben bedroht sind.

00:29:39: Sprecher 1 Und das sind aber auch so Sachen manchmal in der Kamera falle, da laufen in diese, in dieses Foto dann auch mal Wilderer rein. Und das, das melden die Kolleginnen dann auch an die relevanten Stellen. Das haben wir auch immer wieder, dass mir die Kolleginnen sagen okay, wir haben leider Wilderer oder wir haben hier Fallen gefunden und die werden dann natürlich beseitigt und eben Anders Wildlife Department gemeldet und abgegeben.

00:30:07: Sprecher 2 Okay, was vorhin gesagt, das Projekt wird noch weitere fünf Jahre finanziert. Welche Pläne gibt es? Werden noch weitere Korridore gebaut? Soll was ganz anderes entstehen? Vielleicht. Was ist da geplant?

00:30:19: Sprecher 1 Genau. Wir haben jetzt zwei Korridore geschaffen und eine andere Fläche aufgeforstet. Insgesamt 189 Hektar, und haben jetzt noch mal fünf Jahre Zeit, um uns weiter um diese Korridore zu kümmern. Neue Korridore sind erstmal noch nicht, also da fehlen die finanziellen Mittel. Also falls jemand Geld hat, immer her damit.

00:30:41: Sprecher 2 Ich stelle euch einen Link in die Shownotes. Auf jeden Fall genau.

00:30:44: Sprecher 1 Aber es wird jetzt in den nächsten fünf Jahren erstmal darum gehen, diese Korridore zu erhalten und dafür zu sorgen, dass sie Früchte tragen. Also im wahrsten Sinne des Wortes. Also die Bäume Früchte tragen, weiter wachsen und eben. Also wir streben zum Beispiel an, über 80 % Überlebensrate zu haben, weil.

00:31:03: Sprecher 2 Von den Bäumen.

00:31:03: Sprecher 1 Von den Bäumen Genau. Das heißt, wir müssen auch immer mal wieder nach pflanzen. Das wird jetzt so die nächsten Jahre stattfinden. Dann arbeiten wir weiter zum Schutz dieser wilden Rinderarten, natürlich auch zum Schutz der Orang Utans und machen weiteres Monitoring und arbeiten auch mit den Behörden eben zusammen und arbeiten auch mit Palmölfarmer innen zusammen, mit kleinen und mittelgroßen, um ihnen dabei sie dabei zu unterstützen, nachhaltiger zu produzieren, eben zu einer Zertifizierung unter anderem zu kommen.

00:31:35: Sprecher 1 Und Moment, zwar nicht vorbei, aber mehr sein. Und wir arbeiten auch zu Mensch Tier Konflikten, also zu Konflikten mit Elefanten. Erster Linie also Elefanten, die Also für eine ausgewachsene Ölplantage sind sie gar kein Problem. Aber sie kommen zum Teil in die Felder von den Gemeinden. Oder wenn auch die Kleinbäuerinnen neu gepflanzt haben und Elefant kommt rein, dann kann der schon mal so die ganzen Setzlinge zertrampeln und Teil fressen und dann ist die Existenzgrundlage eines Kleinbauern ganz schnell zerstört.

00:32:09: Sprecher 1 Also die haben oft Kredite aufgenommen dafür und da ist dann so ein Elefant da drin wie ein Elefant im Porzellanladen. Leider. Und da hatten wir jetzt, als wir da waren, einen Fall von einem Kleinbauern, der tatsächlich genau das erzählt hat. Und das ist natürlich ein riesiges Problem. Und daran arbeiten haben wir in den letzten Jahren auch schon gearbeitet, Also mit Elektrozäunen und so Community Ranger Teams und Frühwarnsystem.

00:32:35: Sprecher 1 Und da wollen wir auch weiter mit den Gemeinden zusammenarbeiten, zum Beispiel auch Sachen Pflanzen, also Bäume und Früchte, die eben Elefanten nicht so mögen, damit sie gar nicht erst reinkommen und wenn sie drin sind, auch möglichst schnell wieder gehen.

00:32:48: Sprecher 2 Also wir merken, dieser Korridor ist nur ein Teil eines riesengroßen Projektes, was da in Borneo passiert. Richtig?

00:32:57: Sprecher 1 Genau. Das ist ein großes Projekt, das jetzt noch mal fünf Jahre stattfindet. Finanziert ist es von Beiersdorf, das heißt von einem Unternehmen, die eben auch Palmöl benutzen und auch aus dieser Region beziehen. Und deswegen finanzieren sie das Projekt schon die letzten sechs Jahre auch gemeinsam mit Ionik, vorher einem ihrer Lieferanten und jetzt die nächste Phase erst mal allein.

00:33:20: Sprecher 1 Aber vielleicht finden wir ja noch mehr, die noch mit einsteigen wollen.

00:33:23: Sprecher 2 Ihr seid alle herzlich willkommen dabei zu sein, weil ich finde das total spannend Und über dieses ganze Palmöl werden wir separaten Podcast aufzeichnen, weil ich glaube, es verdient ganz ganz viel Aufmerksamkeit, um ganz viele Mythen und Missverständnisse auch aus dem Weg zu schaffen. Deswegen verzeiht mir hier, wenn ich ab und zu mal nicht nachgefragt habe. Es hat mir gezuckt, aber das sparen wir uns auf jeden Fall auf ein anderes Mal auf.

00:33:44: Sprecher 2 Dennoch jetzt mal die Frage okay, die nächsten fünf Jahre. Es soll noch ganz, ganz viel passieren. Was wünschst du dir, was jetzt noch umgesetzt wird oder wie seine Bäume vielleicht auch aussehen in fünf Jahren?

00:33:53: Sprecher 1 Also ich wünsche mir natürlich in fünf Jahren, dass mein dritter Baum überlebt hat und dass der Korridor komplett geschlossen ist und wir in fünf Jahren auf alle Fälle Nachweise haben in den Kamerafallen. Also in den Foto fallen, das Orang Utans die Korridore schon genutzt haben und dass ein sehr dichter Sekundärwald ist. Und natürlich wünsche ich mir, dass wir noch viel mehr Korridore schaffen können.

00:34:20: Sprecher 1 Wir haben schon noch ein paar gefunden, wo wir sagen da müsste eigentlich auch noch. Aber da ja, müssen wir mal schauen, wem das Land gehört und ob wir dafür irgendwie eine Finanzierung finden. Und ich wünsche mir natürlich, dass wir viel auch noch mit den Gemeinden zusammenarbeiten können, weil das wirklich auch eine wichtige Arbeit ist. Und eben diese Mensch Elefanten Konflikte ein bisschen noch aus der Welt kriegen, da einfach noch weiter vorankommen.

00:34:44: Sprecher 1 Und ja, es macht einfach. Es ist tatsächlich. Es macht wahnsinnig viel Spaß. Das Team vor Ort ist der Hammer. Ich bin jedes Mal total beeindruckt, wenn ich da bin und freue mich darauf, mit denen noch mal fünf Jahre weiter zusammenarbeiten zu können. Die sind wirklich toll und sehr viele tolle, starke Frauen auch. Das finde ich auch immer super toll.

00:35:02: Sprecher 2 Aber Eka Petersen, Senior Referentin, nachhaltige Landnutzung und Agrar Lieferketten. Vielen, vielen lieben Dank, dass du hier wieder da warst und ich hoffe, dass wir noch paar Updates machen aus diesem Projekt. Das klingt sehr, sehr schön. Wenn ihr noch Fragen habt, dann sehr, sehr gerne in die Kommentare oder per Mail an podcastwwf.de. Und das war es heute auch schon wieder mit dem Living Planet Podcast.

00:35:23: Sprecher 2 Ich bin ein Veganer und wir hören uns wieder in zwei Wochen. Bis dahin Ciao, Ciao.

Über diesen Podcast

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von und mit WWF Deutschland

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